Landkreis Harburg

Baby misshandelt? Mädchen mit schweren Verletzungen entdeckt

Schatten von Händen einer erwachsenen Person und der Kopf eines Kindes (Symbolfoto). Behörden im Landkreis Harburg haben ein Kleinkind in Obhut genommen, das womöglich misshandelt wurde

Schatten von Händen einer erwachsenen Person und der Kopf eines Kindes (Symbolfoto). Behörden im Landkreis Harburg haben ein Kleinkind in Obhut genommen, das womöglich misshandelt wurde

Foto: Patrick Pleul / dpa

Säugling soll Schwellungen im Gehirn und einen gebrochenen Oberschenkel haben. Ärzte waren nach einem Vorfall misstrauisch geworden.

Harburg.  Ein Kind ist im Landkreis Harburg von seinen Eltern getrennt und vom Jugendamt in Obhut genommen worden. Das hat eine Sprecherin des Landkreises bestätigt, aus Gründen des Datenschutzes ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Nach Informationen des NDR Studios Lüneburg, das über den Fall berichtete, ist das Baby derzeit bei Pflegeeltern untergebracht. Danach soll das sieben Monate alte Mädchen sowohl Schwellungen im Gehirn haben, eine Gehirnerschütterung und einen gebrochenen Oberschenkel.

Baby wurde am 22. Dezember ins Kinderkrankenhaus Altona geflogen

Ausgangspunkt des Geschehens war ein Unfall auf der Rückreise der Eltern aus Bulgarien nach Deutschland. Während der Vater am 20. Dezember die Unglücksstelle in Ungarn absicherte, war ein Wagen auf das Auto aufgefahren. Das Wagenheck, in dem das Baby in einem Kindersitz auf der Rückbank saß, wurde zusammengeschoben, berichtet der Winsener Anwalt Rüdiger Schulz-Gansen, der die Familie vertritt.

Aufgrund der Verletzungen wurde das Baby am 22. Dezember ins Kinderkrankenhaus Altona geflogen. Festgestellt wurden Hämatome am Kopf sowie der Bruch und die Gehirnerschütterung. Die behandelnde Ärztin hatte dann den Verdacht auf Kindesmisshandlung geäußert. Nach ihrer Auffassung sollen die Verletzungen länger zurückliegen. Möglicherweise wurde das Kind so stark geschüttelt, dass es zu den Verletzungen im Hirn gekommen ist.

Familiengericht hat die Gerichtsmedizin UKE eingeschaltet

„Das Winsener Familiengericht hat dann am 9. Januar die Gerichtsmedizin im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf eingeschaltet. Sie soll feststellen, ob den Eltern etwas vorzuwerfen ist. Das Gutachten liegt aber noch nicht vor“, so Schulz-Gansen. Bis zu einer Anhörung im Amtsgericht kommende Woche sollen Informationen verfügbar sein.

Inzwischen hat sich die bulgarische Botschaft eingeschaltet. Ein Gesandter wollte Schulz-Gansen aufsuchen. Auch das bulgarische Fernsehen hat Recherchen aufgenommen.