Handball

Pelle Fick’s harter Weg zum Handball-Profi

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Maximilian Bronner
Pelle Fick (links) im Zweikampf mit Ferndorfs Jan Wicklein.

Pelle Fick (links) im Zweikampf mit Ferndorfs Jan Wicklein.

Foto: Maximilian Bronner

Das erste halbe Jahr Profi-Handball bedeutet für den Teenager aus Buxtehude vor allem eins: Geduld

Buxtehude/Hamburg.  Pelle Fick wirkte leicht überrascht, als Torsten Jansen ihm das Signal zur Einwechslung gab. Es lief die 40. Spielminute des Zweitliga-Weihnachtsspiels zwischen dem HSV Hamburg (HSVH) und dem TuS Ferndorf (20:24), als der 19-jährige Fick vor 8942 Zuschauern das Parkett der Hamburger Barclaycard-Arena betrat.

„So eine Menschenmenge kennt man nur aus dem Fernsehen. Dementsprechend war es ziemlich cool, hier vor so vielen Leuten spielen zu dürfen“, sagte Fick nach dem Spiel. Es war die größte Kulisse seiner bisherigen Karriere, die mit fünf Jahren beim Buxtehuder SV ihren Anfang nahm. Mit 16 Jahren wechselte der Rechtsaußen in die Jugend des HSV Hamburg, seit Sommer ist der gebürtige Buxtehuder der jüngste Spieler im Hamburger Profikader.

Das erste halbe Jahr Profi-Handball bedeutet für den Teenager vor allem eins: Geduld. Zwar erhielt das Talent in 16 von bisher 18 Saisonspielen Spielzeit – jedoch meist nur über wenige Minuten. „Von den Einsatzzeiten könnte es etwas mehr sein, grundsätzlich bin ich da aber zuversichtlich“, sagt der Buxtehuder. Trotz des Konkurrenzdenkens stehe die Mannschaft für ihn im Vordergrund. „Wir sind ein Team, es ist ein Teamsport. Man freut sich für das Team, egal wie viel man gespielt hat oder auch nicht“, sagt Pelle Fick ganz entspannt.

Eine Saison der kleinen Schritte

Es ist eine Saison der kleinen Schritte. Der 19-jährige ist ein Talent, aber eben kein Ausnahmetalent. Explosionsartige Karrieren, wie die des 18-jährigen Senkrechtstarters Justus Hollatz, der beim Basketball-Bundesligisten Hamburg Towers bereits eine wichtige Rolle spielt, sind nicht die Regel. Insbesondere das Training sei ein wichtiger Baustein in der ersten Profisaison. „Ich lerne viel dazu, das Training bringt mich extrem weiter. Ich bin echt zufrieden“, erklärt Pelle Fick.

Der 19-jährige lebt aktuell noch bei seiner Mutter im heimischen Buxtehude. Täglich pendelt er mit der S-Bahn nach Wandsbek. Fick besucht die Eliteschule des Sports am Alten Teichweg – neben zwei Trainingseinheiten pro Tag bereitet sich der 19-jährige Estestädter auf die Abiturprüfungen vor. „Noch läuft alles gut, ich hoffe dann im Sommer mit allem durch zu sein“, berichtet Fick.

Grundsätzlich sei die Belastung nicht größer geworden. Bereits zu A-Jugend-Zeiten waren zwei Einheiten pro Tag die Regel. „Die Trainingszeiten haben sich verändert, wir trainieren jetzt früher“, scherzt der Rechtsaußen. Er merke jedoch, dass im Profi-Team vieles natürlich professioneller sei.

Termine für die Abiturprüfungen noch nicht bekannt gegeben

Die Termine für die Abiturprüfungen seien noch nicht bekannt gegeben. Fick rechnet mit einer entsprechenden Belastungssteuerung des Vereins. „Ich schaue, wie die Prüfungen liegen und spreche dann mit dem Verein“, sagt er.

Dabei dürfte insbesondere die zweite Saisonhälfte von entscheidender Bedeutung sein. Ficks erster Profivertrag läuft im Sommer aus. Hinter dem bei Trainer Jansen gesetzten Rechtsaußen Thies Bergemann (23), ist der Buxtehuder die klare Nummer zwei. Über Trainingsleistungen und überzeugende Kurzeinsätze muss sich der 19-jährige Schüler für einen neuen Vertrag empfehlen.

Auch bei der Niederlage gegen den TuS Ferndorf blieb es für den 19-Jährigen bei einem Kurzeinsatz, nach fünf Minuten brachte „Toto“ Jansen wieder Thies Bergemann. Gespräche über die Zukunft habe es bisher noch nicht gegeben. „Da es bisher noch kein Gespräch gab, ist es schwer zu sagen, wie es im Sommer weiter geht. Ich habe für mich noch nichts entschieden“, sagt Fick.

Mit Dominik Axmann steht ein zweiter gebürtiger Buxtehuder im Kader des HSV Hamburg. Der 20-jährige musste jedoch auch im letzten Saisonspiel vor der Winterpause auf der Tribüne Platz nehmen. Ende Oktober brach sich der Rückraumspieler im Nordderby gegen den VfL Lübeck-Schwartau zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres den rechten Mittelfuß. Bereits im Sommer verpasste Axmann die gesamte Vorbereitung, sowie die ersten Ligaspiele aufgrund des Fußbruches.

Mittelfuß beim zweiten Mal nur angebrochen

Anders als im Sommer war der Mittelfuß beim zweiten Mal glücklicherweise nur angebrochen. Mittlerweile trainiert der 20-jährige wieder mit der Mannschaft, allerdings noch ohne harten Körperkontakt.

„Am 6. Januar habe ich einen Röntgen-Termin. Wenn dann wieder alles zusammen gewachsen ist, kann ich wieder richtig mitmachen und bei der gesamten Vorbereitung dabei sein“, sagt der Rückraumspieler. Wegen der anstehenden Handball-Weltmeisterschaft steigen die Hamburger Zweitliga-Handballer erst am 13. Januar wieder ins Training ein. Läuft alles glatt, kann Dominik Axmann am 29. Januar im Testspiel gegen Bundesliga-Tabellenführer THW Kiel (19.30 Uhr, Sporthalle Hamburg) sein Comeback feiern.