Sportstadt Buxtehude

Die Halle kann sich mit den Besten messen

Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (l.) und Claudia Blaß, Fachgruppenleiterin Schulen und Sport der Stadtverwaltung, stehen im Stadthaus der Verwaltung. Dort tagten am Donnerstagabend die Politiker der beiden städtischen Ausschüsse

Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (l.) und Claudia Blaß, Fachgruppenleiterin Schulen und Sport der Stadtverwaltung, stehen im Stadthaus der Verwaltung. Dort tagten am Donnerstagabend die Politiker der beiden städtischen Ausschüsse

Foto: Rolf Zamponi

Vorentscheidung für die knapp 15 Millionen Euro teure Halle. Sie soll Platz für Schulsport, Vereine und die Handball-Bundesliga-Spiele bieten.

Buxtehude.  Für die geplante Schul- und Vereinsporthalle hat die Stadt Buxtehude am Donnerstagabend einen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht. In einer gemeinsamen Sitzung des Bau- und des Schul- und Sportausschusses stimmte eine große Mehrheit für das Millionenprojekt. Den endgültigen Beschluss für den fünfteiligen Hallenkomplex soll der Stadtrat am 4. November fassen. „Es ist eine einmalige Chance und ich bin froh, dass wir nun dieses tolle Projekt umsetzen wollen“, sagte Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt dem Abendblatt.

Mit dem Neubau, der täglich bis 15.30 Uhr von den Schülern und Lehrern der Integrierten Gesamtschule (IGS) gleich nebenan genutzt werden soll, passt sich die Stadt gleichzeitig den Anforderungen des Verbandes der Handball Bundesliga Frauen (HBF) an. Sie sollen voraussichtlich von Ende 2025 an für die Vereine in der 1. Liga gelten.

Neue Tribünen für bis zu 1700 Besucher

Gefordert werden Tribünen auf beiden Längsseiten der Hallen, die mindestens 1500 Besuchern Platz bieten. Der Hallenboden soll allein Linien für den Handball aufweisen und es soll Platz sein für LED-Banden, auf denen etwa Werbung eingeblendet werden kann. Bei Live-Übertragungen aus den Hallen soll es künftig keinen verstörenden Blick in offene Geräteräume mehr geben.

Bürgermeisterin Oldenburg-Schmidt rechnet für Buxtehude sogar mit bis zu 1700 Plätzen für die Bundesligapartien, weil an den Querseiten die Durchgänge zu den Tribünen genutzt werden könnten. Die Kosten für den mobilen Boden für die Spiele, die auf 40.000 Euro veranschlagt sind, wird das Handball-Marketing des Buxtehuder Sportvereins übernehmen. Das gilt auch für das Verlegen, wie Handball-Manager Peter Prior bestätigt.

Handballboden wird für Spiele neu verlegt

Die Halle, geplant von MRO Architekten aus Oldenburg, ist im Gegensatz zum Projekt in Lüneburg nicht für Konzerte oder Großveranstaltungen gedacht. Denn insgesamt sind an höchstens 18 Tagen im Jahr besondere Ereignisse, vor allem Bundesligaspiele, möglich. Allerdings soll der 250 Quadratmeter große Mehrzweckraum im Obergeschoss mit guter Sicht auf das Spielfeld auch für Hauptversammlungen geeignet sein. Betreiber der Halle ist die Stadt.

Bereits im Dezember 2018 hatte sich der Stadtrat für den Bau einer neuer Halle entschieden, weil die alte Halle Nord allenfalls mit hohem Aufwand hätte saniert werden können. Damals ging es zunächst um eine Drei-Feld-Halle für 10,5 Millionen Euro. „Doch wir haben dann Alternativen auf dem Gelände geprüft“, sagt Oldenburg-Schmidt.

Insgesamt stehen künftig fünf Felder zur Verfügung

So kamen zwei Varianten ins Spiel, bei denen die große Halle um eine Ein-Feld- oder eine zwei Feld-Halle ergänzt werden sollte. Mit Hilfe des von der Verwaltung erarbeiteten Sportentwicklungsplan wurde rasch klar: In Buxtehude fehlen Kapazitäten für Schul- und Vereinssport. Die sollen mit dem Bau von fünf Hallenteilen nun steigen.

Für die große Variante, für die sich die Schule und die Sportvereine ausgesprochen haben, steigen die Kosten auf knapp 15 Millionen Euro. Die Summe wird auf die Haushalte bis 2023 verteilt. Die Stadt profitiert dabei von einen Zuschuss des Landkreises Stade von fünf Millionen Euro, der für den Bereich des Schulsportes gezahlt wird. Dazu erwartet Claudia Blaß, die Fachgruppenleiterin Schulen und Sport der Stadtverwaltung, 400.000 Euro aus der Sportstättenförderung vom Land Niedersachsen.

Zufahrt zum Gelände über die Konrad-Adenauer-Allee

Die neue Halle wird auf dem Sportgelände auf einen anderen Standort gebaut. Die Zufahrt ist künftig über die Konrad-Adenauer-Allee statt wie bisher über die Kurt-Schumacher-Straße geplant. Dazu muss der Bebauungsplan „Schul- und Sportzentrum Nord“ geändert werden. Dem Aufstellungsbeschluss dafür haben die Politiker bereits einstimmig genehmigt. Da es sich schon jetzt um ein Sportgelände handelt, erwartet die Bürgermeisterin kaum Einspruch. „Wir können alle Anforderungen des Naturschutzes berücksichtigen“, sagt sie.

Ohnehin werden die Anwohner durch den neuen Standort der Halle auf dem stadteigenen, knapp 75.000 Quadratmeter großen Grundstück deutlich besser als bislang vor Lärm geschützt. So schirmt das Gebäude den neuen Parkplatz von den Wohnhäusern ab. Auf den neuen Stellflächen soll Platz für bis zu 180 Autos geschaffen werden.

Der geplante Parkplatz reicht für 180 Autos

Der alte Parkplatz wird nach den Plänen des Oldenburger Büros Kilian+Kollegen Landschaftsarchitekten, die für die Außenanlagen zuständig sind, begrünt. Neben den Wegen auf dem Gelände ist auch ein neuer Zugang für Fußgänger vorgesehen, über den Besucher, Gäste und Sportler von Schützenplatz zur Halle kommen können. Der Platz wird schon zum Parken genutzt.

Nach dem Zeitplan von Oldenburg-Schmidt und Blaß soll der Bebauungsplan bis September 2020 stehen. Baubeginn wäre im März 2021. Läuft alles nach Plan, stünde der Neubau von November 2022 an für die 1000 Schüler der IGS, alle Vereine und für die Mannschaften des BSV bis zur Bundesliga bereit. Buxtehude hätte dann eine Halle, die sich mit den Arenen in Leverkusen, Göppingen oder Oldenburg messen kann.