Razzia

Besitz von Kinderpornos – jüngster Verdächtiger 15 Jahre alt

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Kinderpornografie:  Polizei muss nun diverse Datenträger auswerten.

Kinderpornografie: Polizei muss nun diverse Datenträger auswerten.

Foto: Christian Ohde / dpa

Polizei und Staatsanwaltschaft haben 30 Objekte im Norden durchsucht. Warum die Tatverdächtigen auf freiem Fuß bleiben.

Kiel. Wegen des Besitzes von Kinderpornografie haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwochmorgen mehr als 30 Durchsuchungsbeschlüsse in Schleswig-Holstein vollstreckt und umfangreiches Beweismaterial gesichert. Laut der Ermittler wurden bei der Razzia Wohnungen und Häuser in Neumünster sowie den Kreisen Segeberg und Rendsburg-Eckernförde durchsucht.

Laut Polizeisprecher Matthias Arends wird gegen mehr als 30 Personen ermittelt. Der jüngste Verdächtige ist erst 15 Jahre alt, der älteste 71. Zudem stehen auch Frauen im Verdacht. Jedoch handelt es sich laut Arends größtenteils um männliche Tatverdächtige.

Polizei muss nun diverse Datenträger auswerten

"Es liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, dass die Tatverdächtigen untereinander bekannt sind oder gemeinsam agierten", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Polizei und Staatsanwaltschft.

Laut Arends haben Beamte der "Ermittlungsgruppe Kipo" monatelang intensiv gegen die Verdächtigen ermittelt bevor es zu der Razzia kam. Bei dieser wurden diverse Datenträger sichergestellt, die nun ausgewertet werden müssen.

Haftbefehle wurden nicht beantragt

Dabei geht es vor allem darum, ob die Verdächtigen auch Kinderpornos verbreitet haben. "Erkenntnisse, dass die Dateien auch selbst hergestellt wurden, also aktiver Missbrauch durch die Personen begangen wurde, liegen derzeit nicht vor", so die Ermittler.

Weil keinerlei Haftgründe vorlagen, hat die Staatsanwaltschaft in Kiel diese auch gar nicht erst beantragt: "Die Tatverdächtigen werden sich in entsprechenden Gerichtsverfahren verantworten müssen."

Polizei konnte 210 Taten im Jahr 2020 aufklären

Die "Ermittlungsgruppe Kipo", in der derzeit zwölf Beamte arbeiten, wurde 2013 gegründet. Seitdem werden immer mehr Fälle von Kinderpornografie und der Verbreitung im Internet bekannt. 2020 wurden in Schleswig-Holstein 284 Fälle von Besitz und darunter 219 Fälle in denen Kinderpornos verbreitet wurden, bekannt. Davon konnte die Polizei 210 Fälle aufklären.

( dob )

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