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Warum viele Jungstörche in Schleswig-Holstein verhungern

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Nabu: Auch wegen der feuchten Witterung im Frühjahr wurden viele tote Jungstörche verzeichnet (Archivbild).

Nabu: Auch wegen der feuchten Witterung im Frühjahr wurden viele tote Jungstörche verzeichnet (Archivbild).

Foto: picture alliance / ROBERT JAEGER / APA / picturedesk.com | ROBERT JAEGER

Der Nabu hat besonders viele tote Jungstörche in Nordwestdeutschland verzeichnet – allein zwölf im Landkreis Stade.

Bergenhusen/Stade. Demnächst macht sich eine etwas dezimierte Anzahl von Jungstörchen auf den Weg gen Süden. Wegen der feuchten Witterung im Frühjahr hat der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) besonders viele tote Jungstörche in Nordwestdeutschland verzeichnet. „Das ist schon etwas ungewöhnlich, dass sie nach drei bis vier Wochen verhungern“, sagte Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut des Nabu.

Schwacher Nachwuchs werde sonst bereits nach ein paar Tagen aus dem Nest geworfen. In diesem Fall seien sie verhungert, weil das Angebot an Mäusen und Fröschen nicht groß genug gewesen sei.

Nabu – allein im Landkreis Stade zwölf Jungstörche verhungert

Zudem habe das Verbauen von Plastik und Grassilage dazu geführt, dass einige Storchenhorste zu nass gewesen seien – mit fatalen Folgen für die Jungtiere. „Sie haben kein richtiges Federkleid und sind zu groß um von den Eltern gewärmt zu werden. Sie werden lethargisch und gehen ein“, erklärte der Storchenexperte aus Bergenhusen in Schleswig-Holstein.

So waren allein im Landkreis Stade in Niedersachsen mindestens zwölf Jungstörche im Nest verhungert. Landwirte könnten Strohballen aufschneiden, um die Eltern von der Silage abzuhalten. Strohhalme im Nest lassen das Wasser besser als die verdichtete Silage abfließen.

Weißstörche: Gute Population dank Spanienroute

Der Weißstorch macht sich im August/September auf den Weg in wärmere Gefilde, der Nachwuchs zuerst. Die Veränderung auf der westlichen Route mit dem neuen Ziel Spanien statt Afrika habe der Population gut getan. Die Vögel finden auf spanischen Müllkippen und Reisfeldern genug Nahrung, sie suchen sich Schlafplätze in der Umgebung.

„Seit Jahren fliegt ein Großteil auf der Zugroute Südwesten nur noch 2000 Kilometer statt manchmal 6000, dadurch ist die Sterblichkeitsrate extrem gesunken. In Afrika kommt hinzu, dass sie umhervagabundieren und viele Risiken eingehen“, erklärte Thomsen.

Jungstörche fliegen in den nächsten Tagen Richtung Süden los

Die Veränderung der Winterroute habe zu einer Zunahme der Population in Westdeutschland geführt. Aus den östlichen Bundesländern fliegen die Störche meist über die Türkei nach Afrika.

2019 gab es bundesweit etwa 7500 Paare. „Wahrscheinlich sind es nun über 8000“, sagte Thomsen. Bei stabil guter Wetterlage fliegen die Jungstörche in den nächsten Tagen los – meist ohne Eltern – und nutzen die sommerliche Thermik unterwegs. Sie treffen jedoch immer wieder auf erfahrene Vögel, die sie begleiten und ihnen den Weg zeigen. „Der Zugtrieb ist angeboren, en détail lernen sie von den anderen Störchen“, berichtete Thomsen.

( dpa )

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