Vogelschutz

Zwölf Jungstörche verhungern bei Stade im Nest

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Foto: picture alliance

Eigentlich hatte das Storchenjahr im Kreis gut begonnen. Doch nun häufen sich die Fälle von toten Jungstörchen. Woran das liegen könnte.

Landkreis Stade. Mindestens zwölf Jungstörche im Landkreis Stade sind anscheinend im Nest verhungert. In mehreren Dörfern zwischen Balje und Bliedersdorf sind in den vergangenen Wochen tote Jungstörche gefunden worden, wie der Landkreis am Montag mitteilte. Zwei Tiere ließ das Veterinäramt beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) untersuchen. Nach ersten Ergebnissen sind die Jungvögel verhungert.

Ein Veterinär diagnostizierte neben bakteriellen Befunden eine „vollständige körperliche Auszehrung“ und „typische morphologische Befunde des Verhungerns“. Meldungen über tote Jungstörche mit ähnlichen Symptomen seien in diesem Jahr aus ganz Niedersachsen bekannt. Trockene Monate einerseits, andererseits Regengüsse, die Storchenhorste unter Wasser setzen können, mögen dazu beigetragen haben, hieß es weiter.

Viele Jungsstörche verhungern in Stade

„Die Befunde zeigen jedenfalls, dass es für die Jungstörche gerade unter extremen Witterungsverhältnissen an Nahrung wie zum Beispiel Fröschen gefehlt hat“, sagte Naturschutz-Amtsleiter Uwe Andreas. „Ursache dafür ist vor allem der Verlust von Feuchtwiesen und Gewässern in der Landschaft.“

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1936 gab es im Landkreis Stade laut Aufzeichnungen 336 Storchenpaare, die 802 Jungvögel aufzogen. Im vergangenen Jahr lag die Zahl bei 55 Paaren. 113 Jungstörche wurden flügge. Eigentlich hatte das Storchenjahr im Kreis gut begonnen: Mit rund 70 Storchenpaaren auf Nestern lag die Zahl um 15 höher als im vergangenen Jahr.

Der ehrenamtliche Storchenbetreuer Gert Dahms hatte Ende Juni beim Naturschutzamt des Landkreises Alarm geschlagen. Bei Kontrollen von Storchenhorsten hatte er zunächst neun tote Jungstörche entdeckt. Es handelte sich nach seinen Angaben um drei bis vier Wochen alte Vögel, die in diesem Alter normalerweise gute Überlebenschancen haben. Inzwischen sind weitere Verluste bekannt, so etwa drei tote Jungstörche aus einem Horst am Naturkundemuseum Natureum Niederelbe in Balje. Die Zahl der toten Störche könne noch höher sein, da nicht alle Horste überprüft werden konnten.

( dpa )

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