Neue Broschüre

Kuchen im Hofcafé – 60 Ziele in Norddeutschland

| Lesedauer: 6 Minuten
Matthias Popien
Ute Volquardsen, Präsidentin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (v. l.) mit Susanne und Heiner Gier vom Looper Antik & Café.

Ute Volquardsen, Präsidentin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (v. l.) mit Susanne und Heiner Gier vom Looper Antik & Café.

Foto: Rixen/Landwirtschaftskammer

Neue Broschüre der Landwirtschaftskammer macht Appetit auf eine Tour durch das „Land zwischen den Torten“.

Kiel. Schleswig-Holstein, das Land zwischen den Meeren, kann auch ganz anders: Als Land zwischen den Torten präsentiert sich der Norden im neuen Bauernhofcafé-Führer der Landwirtschaftskammer. 60 Cafés werden in der Broschüre vorgestellt. Eine Auflage von 70.000 hat das Werk, das eigentlich schon im vergangenen Jahr vorgestellt werden sollte. Dann kam Corona.

Alles musste geschlossen werden, auch die Cafés. Jetzt können sie wieder öffnen. Und wenn Ute Volquardsen, Präsidentin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, sagt: „Unser Bauernhofcafé-Führer gehört in jedes Handschuhfach“, dann meint sie damit auch: Fahrt los und macht eine Tour durch das Land zwischen den Torten!

Torten backen noch von Oma gelernt

Eines der möglichen Ziele: Das Looper Antik & Café nördlich von Neumünster. Über die A 7 (Abfahrt Neumünster-Nord) ist das schmucke Café auch von Hamburg aus schnell zu erreichen. Susanne und Heiner Gier sind alte Hasen in der Branche. Seit 25 Jahren gibt es ihr Café mit 70 Plätzen innen und 40 Plätzen draußen.

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Der Vater von Heiner Gier betrieb dort noch Landwirtschaft, aber der Sohn und seine damals junge Frau überlegten sich etwas anderes. Susanne Gier hatte sich damals schon mit dem Restaurieren von alten Möbeln beschäftigt, und Torten backen konnte sie auch. „Das hat sie von ihrer Oma gelernt, die kam aus Schlesien“, sagt Heiner Gier. Das Geschäft lief gut – bis Corona kam.

Virus hat den Bauernhofcafés stark geschadet

Das Virus habe den Bauernhofcafés in unserem Land stark geschadet, sagte die Kammerpräsidentin Volquardsen. „Mit der Erlaubnis, wieder zu öffnen, wächst jetzt die Hoffnung auf zurückkehrende Gäste.“ Bis sich die Normalität wieder einstelle, werde es aber wohl noch dauern.

Cafébetreiberin Susanne Gier sagt, das Antikcafé sei zwar offen gewesen, wann immer es erlaubt gewesen sei. Aber das habe nicht viel eingebracht. „Gerade mal 50 Prozent der Erlöse werden aktuell erreicht, wenn es hochkommt.“ Die typische Kaffeefahrt per Bus sei derzeit noch eine Seltenheit.

Die Griers haben zwar staatliche Unterstützung bekommen, denn hat das Unternehmen eine Durststrecke hinter sich. Diese Durststrecke habe man nur bestehen können, weil es sich bei dem Betrieb um Eigentum handele. „Und weil wir hier über 25 Jahre brav gewirtschaftet haben“, sagt Susanne Grier.

Cafés haben ihre je eigenen Reize

Für die Bauernhofcafés, die von guter Laune, guter Luft und gutem Essen leben, war es also eine schwere Zeit. Umso wichtiger ist die Broschüre der Landwirtschaftskammer, die alle zwei Jahre erscheint. Es gibt sie auch in digitaler Form unter unter www.lksh.de/bauernhofcafes kann man sie herunterladen.

60 Cafés im ganzen Land sind beschrieben. Sie haben ihre je eigenen Reize. Im „De Kohstall“ in Poppenbüll (Kreis Nordfriesland) gibt es friesische Futjes – Hefeteig-Kugeln mit einer leckeren Füllung. Zur Geschmacksexplosion liefert der Teich eine prächtige Seerosenblüte. Motto des Restaurants: „Wir kochen nicht vom Band, sondern mit Herz von Hand.“

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Das Gut Oestergard in Steinberg (Kreis Flensburg) liegt unweit der Ostsee. In der Kulturscheune oder im Bootshaus können auch große Hochzeiten gefeiert werden. Zum Betrieb gehören auch Ferienwohnungen und Ferienhäuser.

Brooks Café Achter de Mur liegt sehr idyllisch

Im Café klatsch in Hohn (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wird unter anderem Mikado-Torte serviert. Am Eider-Treene-Sorge-Radweg gelegen, wartet das gastfreundliche Haus auch mit Bierspezialitäten auf, die in der hauseigenen Mikobrauanlage oder in Einwecktöpfen entstehen. „Dr. Bier“ lautet das originelle Label.

Brooks Café Achter de Mur liegt nicht nur sehr idyllisch mitten im reizvollen Bosau (Kreis Ostholstein), sondern hat sich auch zu einem Magneten für Freunde der Süßspeisen entwickelt. Von durchaus weither, selbst aus dem Hamburger Rand, reisen Fans an, um sich an Kuchen, Tartes und Torten, Scones und herzhafte Quiches zu laben.

Landgasthof Kasch in Timmdorf ist der Methusalem unter den 60 Cafés

In Ahrensbök (Kreis Ostholstein) bieten Dörte und Mike Steffens selbstgemachtes Eis in vielen Varianten an. Bauernhof-Eis Steffens heißt das kleine familiengeführte Unternehmen. Im Hofladen gibt es Milch, Wurst, Käse und Honig.

Der Landgasthof Kasch in Timmdorf (Kreis Ostholstein) ist wahrscheinlich der Methusalem unter den 60 Cafés. Seit 1892 gibt es ihn, im kommenden Jahr wird das 130-jährige Bestehen gefeiert. Gasthof ist älter als die Coca Cola, die dort ausgeschenkt wird. Die Anfänge waren klein. Der Großvater von Torsten Kasch, der das Unternehmen jetzt führt, nannte einen Bauernhof sein eigen.

Auflage von 70.000 Stück

Die idyllische Lage zwischen Dieksee und Behler See und die neue Bahnlinie zwischen Malente und Plön, die damals dort entstand, zog die Bahnarbeiter an. Denen stand der Sinn nach Bier, und Torsten Kaschs geschäftstüchtiger Großvater lieferte. Die Bahnarbeiter sind längst weg, aber Durstige gibt es auch heute noch. Auch viele Sommerfrischler aus Hamburg sind darunter. Der große Gasthof mit 200 Plätzen innen und 100 Plätzen draußen ist auch der Mittelpunkt des kleinen Dorfes, das zur Gemeinde Malente gehört.

Die Hofcafé-Broschüre wird von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in einer Auflage von 70.000 Stück im ganzen Land verteilt. Sie ist bei mehr als 170 Touristikagenturen zu finden. Sie erscheint zum 17. Mal. Die Broschüre kann per Post bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (Grüner Kamp 15-17, 24768 Rendsburg) bestellt werden. Voraussetzung dafür ist die Zusendung eines mit 1,55 Euro frankierten, an sich selbst adressierten Rückumschlags (mindestens DIN C 6 oder größer – DIN A 5 oder DIN A 4).

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