St. Peter-Ording

StrandGut Resort am ersten Wochenende ausgebucht

| Lesedauer: 4 Minuten
Geneviève Wood
Sankt Peter-Ording: Eine Frau checkt mit ihrem Smartphone am Desk von Kim Babilonski (li.) im StrandGut Resort ein. Seit dem 1. Mai 2021 ist auch Nordfriesland touristische Modellregion in der Corona-Pandemie.

Sankt Peter-Ording: Eine Frau checkt mit ihrem Smartphone am Desk von Kim Babilonski (li.) im StrandGut Resort ein. Seit dem 1. Mai 2021 ist auch Nordfriesland touristische Modellregion in der Corona-Pandemie.

Foto: Frank Molter / dpa

Auch nach St. Peter-Ording kommen die Touristen zurück. Das Kult-Resort des Ortes hat sogar ein eigenes Testzentrum.

St. Peter-Ording..  Es ist ein durchwachsener Empfang, den St. Peter-Ording nach einem halben Jahr Lockdown den Gästen bereitet. Regenschauer und Sonnenschein im Wechsel. Egal. Endlich Urlaub, endlich Nordsee. Seit Sonnabend gehört St. Peter-Ording zur Modellregion. Besucher dürfen hier übernachten, die Gastronomie darf öffnen.

Familie Elsas ist um 6 Uhr in Braunschweig losgefahren, um früh in St. Peter-Ording zu sein und Nordseeluft schnuppern zu können. Fabian und Janni Elsas mit ihren beiden kleinen Kindern und Hund Fussel gehören zu den ersten Gästen, die im StrandGut Resort einchecken. „Als wir hörten, dass wir kommen können, haben wir sofort gebucht“, sagt Fabian Elsas. Er möchte Kitesurfen, die Kinder auf dem Strandspielplatz spielen. Dass das Einchecken ein wenig länger dauert, ist kein Pro­blem.

St. Peter-Ording: Check-in mit der Luca-App

Zum üblichen Check-in kommen noch die Registrierung mit der Luca-App und ein negativer Corona-Schnelltest. Dieser muss am Urlaubsort alle 48 Stunden gemacht und dem Hotelier oder Ferienwohnungsbesitzer vorgezeigt werden. Karsten Werner, Geschäftsführer des StrandGut Resorts: „Wir freuen uns sehr, dass es wieder losgeht, und sind optimistisch, dass wir auch nach dem 31. Mai, wenn das Projekt beendet ist, nicht wieder schließen müssen. Ich rechne damit, dass wieder alles geöffnet wird.“

Sein Haus ist an diesem ersten Wochenende ausgebucht, rund 200 Menschen sind angereist. Wer Urlaub machen will, muss einen negativen Antigen-Schnelltest mitbringen, der nicht älter ist als 48 Stunden. Vor Anreise muss der Gast zustimmen, dass die Testergebnisse und persönliche Daten aufgenommen und ausgewertet werden. Praktisch: Das StrandGut Resort hat ein Testzentrum im Haus. Ebenso das Beachmotel. Und: Es genügt ein Abstrich aus dem vorderen Nasenbereich – viele empfinden das als angenehmer. Im Ort gibt es zehn Testzentren, darunter ein Drive-in für Fahrradfahrer.

Restaurant Deichkind in St. Peter-Ording hat geöffnet

„Die Schnelltests sind verpflichtend, aber wir sehen sie ergänzend zu unserem Hygienekonzept auch als Chance, einen einigermaßen normalen Urlaub zu bieten“, sagt Karsten Werner. Auch das hauseigene Deichkind Restaurant ist geöffnet. Die Tische sind mit Aufklebern und QR-Code für die Luca-App versehen. So können die Gäste einchecken.

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Wie sehr sich die Menschen nach Normalität sehnen, zeigt sich auf der Terrasse und im Restaurant: Da ist die Familie, die zu Mittag isst, oder das Paar, das einen Aperol Spritz genießt. Was in Hamburg noch verboten ist, ist etwas mehr als eineinhalb Stunden Autofahrt nördlich erlaubt: In den Modellregionen sind Restaurantbesuche drinnen und draußen mit negativem Corona-Schnelltest möglich. Wer vollständig geimpft ist, benötigt keinen Test mehr.

Neustart auf Sylt, Amrum und Co. – die besten Bilder

Für Katharina Schirmbeck, die neue Tourismus-Chefin, ist dieser 1. Mai eine Premiere: Zum ersten Mal seit ihrem Dienstantritt dürfen Gäste im Ort übernachten. „Ich bin sehr zufrieden, das läuft gut an. Die Testzentren funktionieren gut.“ Es herrsche ein völlig neues Lebensgefühl im Ort, die Betriebe freuen sich, und die Gäste seien dankbar. Schirmbeck ist überzeugt, dass auch in Pandemiezeiten ein sicherer Urlaub möglich ist. „Wir müssen das von Tag zu Tag beurteilen, wir nehmen die Sicherheit sehr ernst.“

St. Peter-Ordings Bürgermeister und der erste Arbeitstag

Genau wie sie erlebt auch Bürgermeister Jürgen Ritter den Ort erstmals wie zu alten Tourismus­zeiten. Am Sonnabend war sein erster offizieller Arbeitstag. „Es ist schön, wieder Menschen im Ort zu sehen. Die See­brücke wird von Stunde zu Stunde voller. Alle wollen raus.“ Endlich sei wieder Leben im Ort. „Dass wir Modellregion sind, ist eine Chance und ein Privileg, aber es müssen sich auch alle an die Spielregeln halten.“ Die Rahmenbedingungen seien da, nun liege es an jedem Einzelnen, dass alles glattläuft.

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