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Modellregion Schlei: Im Mai ist bereits alles ausgebucht

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Matthias Popien
Blick auf die an der Schlei gelegene Stadt Kappeln.

Blick auf die an der Schlei gelegene Stadt Kappeln.

Foto: picture alliance

Eckernförde meldet eine Auslastung von 80 Prozent. Nach dem Stopp für die Innere Lübecker Bucht haben Anfragen stark angezogen.

Kappeln/Eckernförde.  Schon wenige Tage nach dem Start der beiden touristischen Modellregionen Eckernförde und Schlei in Schleswig-Holstein sind viele Unterkünfte ausgebucht. „Alle Wohnmobil- und Campingplätze bei uns sind bis zum Ende des Modellprojekts am 16. Mai belegt“, sagt Andrea Simons von der Tourismusagentur Ostseefjord Schlei. Bei Hotels und Ferienwohnungen liegt die Belegungsquote derzeit bei circa 40 Prozent. Die beiden Maiwochen sind allerdings schon voll ausgebucht.

In Eckernförde sind 80 Prozent der Unterkünfte bereits vergeben, sagt Tourismus-Chef Stefan Borgmann. „Das gilt für die komplette Laufzeit des Projekts, das zunächst am 16. Mai endet“, sagt er. Eine Verlängerung um weitere vier Wochen sei allerdings möglich. Die Modellregion Nordfriesland wird erst am 1. Mai starten. Ob Sylt daran teilnimmt, war bei Redaktionsschluss unklar.

Ende der Buchbarkeit ist schnell erreicht

Mit dem einstweiligen Verzicht der Modellregion Innere Lübecker Bucht haben die Schleiregion und Eckernförde einstweilen ein Alleinstellungsmerkmal in Schleswig-Holstein. Nur dort ist Tourismus möglich. Allerdings zählen weder die Schlei noch das Städtchen Eckernförde zu den touristischen Schwerpunkten im Land. „Wir sind nur ein kleines Licht im Schleswig-Holstein-Tourismus“, sagt Stefan Borgmann.

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Relativ wenig Hotels und Ferienwohnungen, ungewöhnlich hohe Nachfrage: Da ist das Ende der Buchbarkeit schnell erreicht. 2500 Betten hat Eckernförde zu bieten, rund 18.700 sind es in der Schleiregion, zu der auch die Städte Schleswig und Kappeln gehören. „Die Nachfrage ist nach dem Verzicht der Modellregion Innere Lübecker Bucht deutlich angestiegen“, sagt Max Triphaus, Tourismus-Chef der Schleiregion.

Tourismus unter Pandemiebedingungen ist eine komplizierte Sache

Dort machen bislang 620 Einzelvermieter 22 Hotels, 30 Campingplätze, vier Sportboothäfen und 32 Vermietungsagenturen bei dem Projekt mit. Triphaus sagt angesichts der Buchungen: „Im Mai haben wir Hochsaison. Das gab’s noch nie.“

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Tourismus unter Pandemiebedingungen, zudem auch noch unter Modellregionsbedingungen ist dennoch eine komplizierte Sache. Besonders für Kunden, die jetzt eine Unterkunft suchen. Denn öffnen und Gäste beherbergen dürfen nur die Betriebe, die bei den Modellregionsprojekten in Schleswig-Holstein mitmachen und sich dort angemeldet haben – und das sind bei Weitem nicht alle.

Eine Reservierung ist wichtig

In der Schleiregion sind es derzeit 400 Firmen. Die Betonung liegt auf „derzeit“. „Es kommen täglich weitere Betriebe hinzu, die mit uns bislang gar nichts zu tun hatten, nun aber beim Projekt mitmachen wollen“, sagt Andrea Simons.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Es ist also vieles noch im Fluss. Manche Hamburger, so hat es jedenfalls Andrea Simons wahrgenommen, fahren deshalb einfach los, um vor Ort nach einer Unterkunft zu suchen. Simons kann da nur abraten: „Angesichts der Buchungslage macht es keinen Sinn, sich ohne Vorliegen einer Reservierung für eine Unterkunft einfach ins Auto zu setzen und loszufahren.“

Bei den Corona-Schnelltests der Touristen ist bislang fast alles glatt gelaufen. An der Schlei gab es am Mittwoch bei 1500 Schnelltests drei positive Fälle. Diese Urlauber müssen in Quarantäne, um dort dann das Ergebnis des PCR-Tests abzuwarten.

Corona: Diese Testverfahren gibt es

  • PCR-Test: Weist das Virus direkt nach, muss im Labor bearbeitet werden – hat die höchste Genauigkeit aller Testmethoden, ist aber auch die aufwendigste
  • PCR-Schnelltest: Vereinfachtes Verfahren, das ohne Labor auskommt – gilt als weniger zuverlässig als das Laborverfahren
  • Antigen-Test: weniger genau als PCR-(Schnell)Tests, dafür zumeist schneller und günstiger. Laut RKI muss ein positives Testergebnis durch einen PCR-Test überprüft werden, ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht aus, insbesondere, wenn die Viruskonzentration noch gering ist.
  • Antigen-Selbsttest: Die einfachste Test-Variante zum Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus. Wird nicht von geschultem Personal, sondern vom Getesteten selbst angewandt. Gilt als vergleichsweise ungenau.
  • Antikörper-Test: Weist keine akute, sondern eine überstandene Infektion nach – kann erst mehrere Wochen nach einer Erkrankung sinnvoll angewandt werden
  • Insgesamt stellt ein negatives Testergebnis immer eine Momentaufnahme dar und trifft keine Aussagen über die Zukunft

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