Schleswig-Holstein

Dealer verurteilt: halbe Million Euro weg und Haftstrafe

| Lesedauer: 2 Minuten
Das Landgericht in Kiel (Symbolbild).

Das Landgericht in Kiel (Symbolbild).

Foto: Markus Scholz / dpa

Der 42 Jahre alte Kieler hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt - und konnte so bereits nach wenigen Stunden verurteilt werden.

Kiel. Ein 42-jähriger Mann aus Kiel erzielte mit dem Verkauf von Marihuana, Kokain und Amphetaminen rund eine halbe Million Euro. Am Donnerstag wurde er nach einem umfassenden Geständnis vor dem Kieler Landgericht zu einer Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt. Zugleich ordnete das Gericht die Einziehung von rund 446 000 Euro an.

Das Geld wurde nach Angaben eines seiner drei Verteidiger aber nicht bei dem Mann sichergestellt. Der Angeklagte hatte als Tatmotiv Drogenschulden genannt. Sein Geständnis verkürzte das Verfahren von geplanten drei Tagen auf rund zweieinhalb Stunden. Auch das wirkte sich strafmildernd aus.

Geknackte Verschlüsselung lässt Dealer auffliegen

Dem Urteil ging auf Vorschlag des Vorsitzenden Richters Ralph Jacobsen eine Verständigung zwischen den Verfahrensbeteiligten voraus. Dabei wurde dem 42-jährigen Vater zweier Töchter für sein rückhaltloses Geständnis ein Strafrahmen zwischen dreieinhalb bis vier Jahren und vier Monaten zugesichert.

Der Verurteilte und der mutmaßliche Drogenverkäufer waren aufgeflogen, nachdem französische Strafverfolgungsbehörden die Verschlüsselungssoftware ihrer Handys geknackt und Daten nach Deutschland übermittelt hatten, hieß es vor Gericht.

Rund 100 Kilo Marihuana, 3,5 Kilo Kokain und Speed verkauft

Der 42-jährige Bauhelfer hatte nach sechs Monaten Untersuchungshaft in seinem Geständnis sichtlich bewegt versichert, „die Untersuchungshaft hat mich auf jeden Fall nachhaltig beeindruckt. Ich werde keine weiteren Straftaten mehr begehen“. Unter Auflagen kam er bis zum Strafantritt frei.

Die Prognose des gesundheitlich angeschlagenen Mannes scheint gut. Sein Vater und sein älterer Bruder, die auch im Gerichtssaal saßen, hielten ebenso zu ihm wie seine Lebensgefährtin, sagte er. Das Verhältnis zu seinen beiden Töchtern aus vorangegangener Ehe bessere sich gerade wieder und sei ihm überaus wichtig.

Lesen Sie auch:

Mit dem Drogenhandel – laut Anklage kaufte und verkaufte er von März bis Anfang Oktober 2020 rund 100 Kilogramm Marihuana sowie 3,5 Kilogramm Kokain und Amphetaminen – habe er Schulden aus eigenem Drogenmissbrauch bezahlt, sagte der Mann. Die Staatsanwältin hatte ursprünglich 21 Fälle angeklagt. Sieben Fälle wurden aber mit den übrigen Fällen zusammengezogen.

( dpa )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Region