Freizeit

Sylt bekommt einen neuen Multipark mit Skateranlage

Weg vom  Computer, raus an die frische Luft – Skaten ist nicht nur in Zeiten der Corona-Pandemie ideal,  finden die Sylter.

Weg vom Computer, raus an die frische Luft – Skaten ist nicht nur in Zeiten der Corona-Pandemie ideal, finden die Sylter.

Foto: picture alliance/Bildagentur-online

Auf dem Areal des Stadions entsteht ein umfangreiches Angebot für mehrere Sportarten. Noch werden Sponsoren gesucht.

Westerland.  Bereits seit den 1960er-Jahren gilt Sylt als Hotspot unter der deutschen Surferszene. Doch wenn die hohen Nordseewellen ausbleiben, verschlägt es die Sylter Jugend oft auf ein anderes Brett – das Skateboard. Die Skaterszene auf der Insel drängt bereits seit Jahren auf einen neuen Sportpark.

Nun setzt die Gemeinde die Forderungen in die Tat um. Auf 23.000 Quadratmetern wird das bisherige Sylt-Stadion in Westerland zum Multipark umgebaut, der Touristen aus ganz Deutschland anziehen soll.

Die Anlage soll für alle Sportler frei zugänglich sein

Das Konzept des Multiparks sieht vor, eine frei zugängliche Anlage für Sportbegeisterte jedes Alters zu schaffen. Zwischen Dünen und Zentrum entstehen Basketball-, Fußball- und Beachvolleyballplätze sowie Kletter- und Gleichgewichtsparcours.

Den Anfang macht der neue Skaterpark. Nach seiner Fertigstellung könnte er eine der größten Rollsportanlagen in Deutschland sein. Nikolas Häckel, Bürgermeister der Gemeinde Sylt, verfolgt mit dem Projekt ein klares Ziel: „Durch den Bau soll bewusst ein Gegenpol zur immer bewegungsärmeren Freizeitgestaltung der Jugend gesetzt werden.“ Unterstützt wird er dabei vom Skateboarding Sylt e.V. Der gemeinnützige Verein setzt sich schon seit 2016 für den Multipark ein.

Als Architekten konnten sie das renommierte Architektenteam Glifberg-Lykke aus Dänemark für sich gewinnen. Das Unternehmen von Skateboard-Weltmeister und X-Games-Gewinner Rune Glifberg ist in ganz Europa für seine hochwertigen Halfpipes und Rampen-Landschaften bekannt. Glifberg äußert sich begeistert über das Projekt und sagt: „Beim Design haben wir uns von der wunderbaren Dünenlandschaft der Insel inspirieren lassen.“

Erster Teil des Skaterparks im kommenden Sommer fertig

Die Realisierung des Skaterparks ist in zwei Phasen aufgeteilt. Der erste Teil des Parks, der rund 800 Quadratmeter umfasst, soll bereits im kommenden Sommer fertiggestellt werden. Das Konzept sieht vor, dass wenig später weitere 2200 Quadratmeter Beton folgen.

Doch der Ausbau erweist sich als schwierig. Bis vor Kurzem hatten sich Anwohner aus Westerland gegen den neuen Sportpark gewehrt. Sie fürchten Lärm von Skateboards sowie von Kindern­ und Jugendlichen. Mithilfe einer Lärmschutzwand, die einerseits die Geräusche schlucken soll und andererseits ein weiteres befahrbares Hindernis für den Skatepark darstellt, konnte der Verein seine Kritiker dann überzeugen.

Zweier Bauabschnitt muss noch genehmigt werden

Bis zur vollständigen Umsetzung warten aber schon weitere Hürden auf den Skateboarding Sylt. Aktuell wartet der Verein noch auf die Genehmigung des zweiten Bauabschnitts durch die zuständige Bauaufsichtsbehörde des Kreises Nordfriesland. Durch Heimarbeit und Kinderbetreuung in der Corona-Pandemie hatte sich die Bauzeit zusätzlich verzögert.

MultiOrganisator Gernot Westendorf sieht die Sportanlage aber grade in den schwierigen Zeiten als notwendige Anlaufstelle für die Insulaner: „Der Multipark ist ein attraktiver Treffpunkt für Jugendliche unter freiem Himmel. Welche Bedeutung ein solches Angebot hat, ist während Corona sichtbar geworden.“

Lesen Sie auch noch:

Um ihre Pläne vollständig zu realisieren, setzt der Verein Skateboarding Sylt nun auf Spenden aus der Bevölkerung­. Rund 800.000 Euro hat die Gemeinde Sylt bereits übernommen. Nach derzeitiger Schätzung sind weitere Mittel in Höhe von 1,7 Millionen Euro zur Umsetzung der Sportanlagen erforderlich. Um die Spendensumme bald zusammenzubekommen, haben einige sehr bekannte Skater schon für den Multipark geworben.

Prominenter Skateboarder als Botschafter

Auch Skateboard-Pionier und Unternehmer Titus Dittmann wirbt als Botschafter für den Park: „Dieses Projekt fördert die Einheimischen, bringt dem Skatesport bundesweit neue Fans und etabliert­ einen zeitgemäßen Raum der Begegnung. Davon profitieren alle“, sagt Titus Dittmann. Nun müssen sich nur noch genügend Sponsoren finden.