Urlaub

Wo Sie im Norden ganz fürstlich ausspannen können

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Friederike Ulrich
Das Gut Oestergaard liegt in einem Park an der Ostsee

Das Gut Oestergaard liegt in einem Park an der Ostsee

Foto: Gut Oestergaard

Viele historische Herrenhäuser oder Gutshöfe haben Zimmer und Appartements, in denen man sich einquartieren kann. Eine Auswahl.

Hamburg. Historische Gemäuer, eindrucksvolle Hofanlagen und schöne Gärten – eingebettet in die Felder, Wiesen und Wälder Schleswig-Holsteins liegen zahlreiche Gutshöfe und Herrenhäuser. Viele vermieten Wohnungen oder umgebaute Wirtschafts- oder Gesindehäuser an Feriengäste, andere bieten Hotelservice an. Ob an der Küste oder im reizvollen Hinterland gelegen – allen gemeinsam ist die abwechslungsreiche Umgebung, in der man baden, spazieren gehen, reiten, wandern oder Radfahren kann.

In der malerischen Landschaft Angeln liegt das erstmals um 1400 erwähnte Gut Oestergaard in einem großen Park direkt an der Ostsee. Wo Jahrhunderte lang Land- und Forstwirtschaft betrieben wurde, werden heute 14 Ferienwohnungen und zwei Ferienhäuser vermietet. In einer mächtigen historischen Kornscheune finden üblicherweise Veranstaltungen wie Jazz- und Klassikkonzerte oder der traditionelle Pfingstmarkt statt, der hofeigene Mühlenteich lädt zum Ruderboot fahren und die dazugehörige Seeterrasse zum Angeln ein. Es gibt Pferde zum Reiten lernen und zahlreiche Kleintiere.

Die malerische Umgebung mit ihren Getreide- und Rapsfeldern und die nahe gelegenen Naturstrände empfehlen sich für Spaziergänge und Fahrradtouren. Als Unterkünfte stehen geschmackvoll renovierte Ferienwohnungen im „Herren-“ oder „Kutscherhaus“, der romantischen „Alten Wassermühle“ und der „Mühlenkate“ zur Verfügung. Das Gut Oestergaard ist mit dem Gütezeichen der DLG, der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein sowie der Gemeinschaft der schönsten Ferienhöfe Europas ausgezeichnet

www.gut-oestergaard.de

Gut Frauenhof: Wanderwege und Strände nahe Flensburg

Ebenfalls in Angeln, am Ende einer 300 Meter langen Lindenallee, befindet sich das Gut Frauenhof, das 1712 als Witwensitz für Cäcilia von Reventlow gegründet wurde und 1757 sein heutiges Aussehen erhielt. Zwischenzeitlich verkaufte landwirtschaftliche Flächen wurden von den Eigentümern Barbara und Wigo Haacke seit 1993 zurückgekauft und das ursprüngliche Hofensemble wieder hergestellt.

Ganz in der Nähe befinden sich Wander- und Radwege, weitläufige Strände, ein Golfplatz, ein Reiterhof und Segelmöglichkeiten an Schlei und Ostsee. Kulturelle Vielfalt bieten die Städte Flensburg, Schleswig und Kappeln. Feriengästen stehen der an einem kleinen See gelegene ehemalige Entenstall und der zum Hofensemble gehörende, reetgedeckte Kälberstall zur Verfügung – beide gemütlich-rustikal eingerichtet.

www.gut-frauenhof.de

Schloss Pütnitz: Großzügige Ferienwohnungen an der Ostsee

In Ribnitz-Damgarten zwischen den Recknitz-Auen, der Boddenküste und der Ostseeküste, liegt das 1836 erbaute und 1906 erweitere Schloss Pütnitz. Die Schlossherren, Diana und Nikolaus von der Lühe, vermieten hier großzügige und herrschaftlich eingerichtete Ferienwohnungen. Das Gutshaus des ehemaligen Rittergutes Pütnitz bietet mit seinem Park und der große Terrasse viel Platz zum Entspannen – wer aktiv werden möchten, kann sich Kanus ausleihen und die malerische Landschaft bei einer Bootstour erkunden.

Die direkt am Schloss vorbeifließende Recknitz mündet 400 Meter flussabwärts in den Ribnitzer Bodden. Die Landschaft lädt zum Wandern oder Radfahren ein, das Gewässer zum Angeln. Mit dem Auto ist man in wenigen Minuten am Ostseestrand oder in einen halben Stunde in Rostock. In wenigen Minuten erreicht man mit dem Auto die weißen Ostseestrände. Per Rad ist man in zehn Minuten in der Bernsteinstadt Ribnitz. Wohnen kann man in elf Ferienwohnungen, die Namen wie Fuchsbau, Krähennest oder Am Türmchen haben.

www.schloss-puetnitz.de

Herrenhaus Borghorst: Gediegene Behaglichkeit und Theaterdinner

Das 1742 erbaute Herrenhaus Borghorst gilt als eines der schönsten barocken Herrenhäuser Schleswig-Holsteins. Der einstöckige backsteinerne Querbau mit den zwei Seitenflügeln ist eingefasst von einem im Mittelalter angelegten Wassergrabensystem und zwei doppelreihigen Lindenalleen. Innen empfängt die Gäste gediegene Behaglichkeit – kaum zu glauben, dass das Gut einmal kurz vor dem Verfall und so gut wie unbewohnbar war. Gerettet wurde es von Dressurreiterin Caroline Odefey, die es 1995 gekauft und renoviert hat.

Heute vermietet sie dort sieben individuell eingerichtete Zimmer und Suiten, die Parksuite, Grafenzimmer oder Schwanenflug heißen, richtet Hochzeiten aus, bietet Reitunterricht an und veranstaltet Theaterdinner. Entspannung finden die Gäste in der Bio-Sauna im historischen Weinkeller-Gewölbe, im weitläufigen Park mit seinen Teichen und Rhododendren oder in einem nach barockem Vorbild gestalteten Staudengarten. Von dem zwischen Feldern und Wiesen gelegenen Herrenhaus ist die Eckernförder Bucht recht schnell mit dem Auto zu erreichen, außerdem gibt es in der Nähe einen Golfplatz und einen Hochseilgarten.

www.herrenhaus-borghorst.de

Gästeschloss Kletkamp: Das älteste Herrenhaus Schleswig-Holsteins

In der kleinen Gemeinde Kletkamp, umrahmt von den sanften Hügeln der Holsteinischen Schweiz, liegt das älteste Herrenhaus Schleswig-Holstein: das Gästeschloss Kletkamp. Der Ort ist geschichtsträchtig und seit jeher in der Hand des holsteinischen Großadels. Nach einer 1250 errichteten Wasserburg befand sich hier der Sitz der Rantzaus; seit 1612 und damit seit zwölf Generationen leben hier die Brockdorffs.

Das heutige Herrenhaus, dessen Kern nachweislich aus dem Jahr 1547 stammt, präsentiert sich mit zwei unterschiedlichen Gesichtern: zum Park hin gibt es sich mit roter Backsteinfront klassisch holsteinisch, die Vorderfassade mit ihrem Giebelturm und den barocken und klassizistischen Elementen gleicht dagegen einem weißen Renaissancebau. Im ehemaligen Backhaus, im stattlichen Torhaus (bekannt aus den „Immenhof“-Filmen der 70er-Jahre) und im Schloss befinden sich großzügige Ferienwohnungen für sechs bis zehn Personen. Von hier aus ist es nicht weit zu den Stränden der Hohwachter Bucht, auch Ausflüge zum Kellersee, Eutiner See oder ins Städtchen Lütjenburg bieten sich an.

www.gaesteschloss-kletkamp.de

Gut Panker: Teil einer funktionierenden Dorfgemeinschaft

„Gut für die Seele“ – dieser Slogan von Gut Panker mag auf Erholung anspielen, die einem das Hotel „Ole Liese“ und die zauberhafte Umgebung bieten, aber sicher auch auf das gute Gefühl, Gast in einer funktionierenden Dorfgemeinschaft zu sein, die sich mit Pferdezucht, Landwirtschaft und Kunsthandwerk beschäftigt. Was bei anderen Gütern höchstens ein Standbein für die Finanzierung des Betriebes ist – Besichtigung, Verköstigung oder Beherbergung – wird auf Gut Panker gleichzeitig angeboten: Rechts und links der Dorfstraße laden Galerien und kleine Geschäften zum Stöbern ein, es gibt das historische Gasthaus „Ole Liese“, in dem bodenständige Gerichte serviert werden, das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant 1797, und für alle, die länger bleiben möchten, 23 individuell gestaltete Suiten und Hotelzimmer.

Friedrich I., der schwedische König und Landgraf von Hessen-Kassel, kaufte Gut Panker 1739 für seine unehelichen Söhne, die „Grafen von Hessenstein“. Schon 1808 ging es in den Besitz der kurhessischen Hauptlinie über, deren Nachfahren noch heute in dem dreiflügeligen Haupthaus wohnen. Die Gegend lädt zum Spazierengehen und Fahrradfahren ein, der Aussichtsturm „Hessenstein“ ist nicht weit entfernt, und auch zur Hohwachter Bucht sind es nur ein paar Autominuten.

www.gutpanker.de

Kranich Hotel: Spuren der Zeit, bewahrt in New Yorker Design

Im historischen Gutshof Hessenburg nahe der vorpommerschen Boddenküste ist das Kranich Museum & Hotel entstanden. Seinen Namen trägt es der vielen Kraniche wegen, die dort zweimal im Jahr Rast machen. Im Zentrum des Anwesens, dessen historische Aufteilung unverändert ist, steht das 1840 errichtete Gutshaus, drum herum liegen die alte Hofschmiede, Stellmacherei und Schnitterkate, das Schul- und Verwaltergebäude, ein Kuhstall sowie im Süden der ehemals private Park der von Hesse. Das ganze Ensemble wurde 1999 von Kunsthistorikern Bettina Klein erworben und vor dem Verfall gerettet.

Das Innere wurde von dem New Yorker Architekten und Installationskünstler Alex Schweder gestaltet, der bewusst die Spuren der Zeit bewahrte. Entstanden sind wirklich außergewöhnliche Räume, an deren unverputzten Mauern an manchen Stellen noch Farbschichten der vergangenen Jahrzehnte zu erkennen sind. Die sechs Zimmer und zwei Appartements sind mit antiken Möbeln, Öfen, Badewannen mit Löwenfüßen und modernen Betten ausgestattet. Ein Museum zeigt zeitgenössische Kunst rund um das Thema Kraniche. In der alten Schmiede ist ein Café entstanden, das am Schmiedefeuer oder unter Obstbäumen Kaffee und Kuchen, A-la-Carte-Gerichte und Drei-Gänge-Menüs serviert.

www.kranichhotel.de

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