Zehn Tipps

Baden in Nordsee und Ostsee: Kennen Sie diese Traum-Strände?

| Lesedauer: 7 Minuten
Der Weststrand des Darß ist 14 Kilometer lang und liegt am Rande des Darßer Urwaldes.

Der Weststrand des Darß ist 14 Kilometer lang und liegt am Rande des Darßer Urwaldes.

Foto: imago stock

Ein neues Buch führt aufregende, wildromantische, heimische Badestellen an Meer, Seen und Flüssen auf. Wir stellen die Geheimtipps vor.

Kiel/Schwerin. Urlaub und Badevergnügen in Deutschland, das ist gerade in diesem Coronavirus-Sommer quasi ohne Alternative. Wer glaubt, an der deutschen Nordsee und Ostsee bereits alle Strände zu kennen, für den könnte "wildes Schwimmen" ein Thema sein. Das klingt nach entlegenen Buchten, klaren Seen, Wildwasser-Flüssen - und das klingt nach Freiheit.

Rettungsschwimmer und Wildschwimmen-Pionier Hansjörg Ransmayr hat 116 wilde Badestellen dokumentiert. Von der Elbe bis zum Bergsee. „Wildswimming Deutschland – Entdecke die aufregendsten Seen, Flüsse, Wasserfälle und Strände Deutschlands“ ist ein Outdoor-Führer von der See bis zu den Alpen.

Badestellen an Nordsee und Ostsee - traumhaft wild

Der Salzburger Hansjörg Ransmayr kennt sich aus mit freien Gewässern: Als erster Österreicher hat er die Straße von Gibraltar durchschwommen und war unterwegs im Pazifik in der Bucht vor San Francisco in Kalifornien. Als geprüfter Wasserretter weiß der leidenschaftliche Freiwasser-Schwimmer auch, wo und unter welchen Umständen sicheres Baden möglich ist.

Deutschland ein Land für Schwimmen in der freien Natur? „Ja, Deutschland ist ein Wildswimming-Land“, schreibt Ransmayr und schwärmt vom grünen Strand an der Hamburger Hallig – „einem der schönsten Strände Europas“ – und von den Baumriesen des Darßer Urwaldes. Überhaupt hat der Norden einiges zu bieten. Wir stellen zehn bekannte und weniger bekannte Badestellen an Nordsee und Ostsee vor. „Erleben Sie märchenhaft schöne Stunden am und im Wasser: Schwimmen Sie sich frei vom Alltag“, schreibt Ransmayr.

Tolle Naturbadestellen an der Ostsee

  • Halbinsel Darß

Der Darßer Weststrand gilt als einer der schönsten Strände Europas. Der Strand ist 14 Kilometer lang am Rande des Darßer Urwaldes. Anfahrt: über die L21 nach Wieck oder Prerow, von dort sechs Kilometer per Rad durch den Darßwald zum Weststrand.

GPS: 54.449747, 12.483509

  • Presen auf Fehmarn

Am östlichsten Punkt der Insel ist am Naturstrand auch im Hochsommer meist noch ein Plätzchen frei. Bei guter Sicht kann man von hier aus bis nach Dänemark gucken. Das Wasser ist hier klar, der Strand steinig, naturbelassen und rau. Einsamer sind die Strandabschnitte im Süden, belebter in Richtung Marienleuchte. Anfahrt: von Presen führt die Dorfstraße zum Strand. Dieser etwa 200 Meter folgen.

GPS: 54.478337, 11.248926

  • Maasholm

Einen flachen, feinen, leeren Sandstrand mit Blick auf die Ostsee, umgeben von mächtigen Bäumen und Strandbistro inklusive gibt es an dieser Naturbadestelle. Auf der Deichkrone entlang Richtung Osten finden sich die besten Badespots. Mit etwas Glück sind Seeadler zu sehen. Anfahrt: Von der B 199 Kappeln-Flensburg, Richtung Maasholm abbiegen und knapp vor dem Ortsanfang Maasholm links dem Hinweisschild „Gut Oehe“ folgen, nach den letzten Häusern zweigt vor dem Gut ein Rad- und Gehweg ab, diesem durch das Wäldchen bis zum Strand folgen.

GPS: 54.709548.10.001789

  • Karschau/Schlei

Verträumte Buchten gibt es an Deutschlands einzigem Fjord so einige. Dieser Spot an einer Slipstelle bietet eine kleine Liegewiese mit Sitzbänken und einem Steg. Der Einstieg ist flach, aber rutschig. Auf dem nahe gelegenen Campingplatz kann man einkaufen. Anfahrt: Von der Bundesstraße 201 in Richtung Arnis abbiegen, der Arnisser Straße bis zur Abzweigung Karschau folgen bis zum Campingplatz Schlei-Karschau. Am Campingplatz gibt es einen kostenlosen Parkplatz.

Top-Badestellen an der Nordsee

  • Hamburger Hallig

Umgeben von Schafen liegt diese Badestelle am befestigten Grünstrand mit Einstiegsstufen, Strandduschen und im Hochsommer teilweise mit DLRG-Überwachung. Mit der Hallig-Krone gibt es auch ein Restaurant vor Ort. Die Badezeiten sind auf jeweils drei Stunden vor und nach der Tide beschränkt. Anfahrt: Über die A 23 bis Heide und weiter über die B 5 Richtung Bredstedt, ab da den Schildern „Hamburger Hallig“ folgen. Am besten am Amsinck-Haus parken und mit dem Rad oder zu Fuß über den Damm zur Hallig.

GPS: 54.599191, 8.812005

  • Pellworm/Leuchtturm Strand

Auch an diesem Grünstrand führt eine Badetreppe ins Wasser. Es gibt Strandduschen. Spielgeräte und ein Volleyballfeld runden das Vergnügen ab. Hinter dem Deich befindet sich ein Kiosk mit Strandkorbvermietung. Anfahrt: Bis Hafen Strucklahnungshörn zur Autofähre, rüber zur Insel und schließlich mit dem Leihrad zum Strand.

GPS: 54.494482, 8.668986

Wichtiges für das Baden in der Natur

  • Vor der Abfahrt die Lage vor Ort recherchieren (Wasserstand und -qualität, Wetter, Einschränkungen.
  • Prüfen, ob Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrrad möglich ist
  • Rücksicht auf andere Badegäste und Anrainer nehmen
  • Bei längeren Strecken, sehr niedriger Wassertemperatur oder Schiffsverkehr eine Schwimmboje nutzen
  • Kein Lärm oder offenes Feuer
  • Müll wieder mitnehmen
  • Keine Sonnenmilch vor dem Schwimmen in Naturgewässern auftragen
  • Alkoholgenuss in Wassernähe nur in Maßen
  • Kinder beaufsichtigen
  • Keine Sprünge in unbekannte Gewässer
  • Brut- oder Laichgebiete und Naturschutzzonen meiden
  • Nieblum/Föhr

Sechs Kilometer feiner, weißer Nordseestrand mit Blick auf die Halligen, das gibt es auf Föhr am Strand von Nieblum und Goting. Einfach das Rad am Fahrradparkplatz in Nieblum parken und ab an den Strand. Aber auf das richtige Timing achten, damit auch Wasser da ist. Gastronomie gibt es dort auch, zum Beispiel an der Nieblumer Wassersportschule hinter den Dünen mit Eis und Getränken oder das Café Kliff in Goting mit Minigolfanlage. Anfahrt: mit der WDR-Fähre ab Dagebüll, Autos können dort auch geparkt werden.

GPS: 54.680908, 8.481766

Top-Badestellen an Seen:

  • Schweriner See

Am 20 Meter breiten Zippendorfer Strand kommt laut Autor Ransmayr fast Meeresfeeling auf. Im Sommer ist der Sandstrand am Südufer des Schweriner Innensees schnell mal überlaufen, dafür ist die Infrastruktur mit Strandbar und DLRG top. Auch geeignet für Familien mit kleinen Kindern. Anfahrt: A 14 Abfahrt Schwerin Ost, über die B 321 Richtung Schwerin bis zur Abzweigung Zippendorfer Strand.

GPS: 53.603227, 11.45.4910

  • Krakow / Krakower See

Im Norden der Mecklenburgischen Seenplatte befindet sich die kleine Insel Schwerin mit einer lauschigen Naturbadestelle. Hier ist es meist recht ruhig mit tollem Ausblick auf den See. Anfahrt: Über die A 19 Berlin-Rostock, Abfahrt Krakow am See und die L 37 in den Luftkurort. Für den Weg zur Insel am besten Rad mitnehmen.

GPS: 53.654764, 12.302063

Baden im Fluss

  • Brake / Weser

In der Elbe können Hamburger unter anderem am Falkensteiner Ufer baden, auch in der Weser ist das Baden in einem Tidegewässer möglich: Also die Gezeiten checken. Auf der Weserinsel Harriersand gibt es eine Flussbadestelle, tideabhängig ist auch der Weg vom feinen Sandstrand ins Weserwasser, mal trocken, mal schlickig. Vorsicht: Strömung, Sog und Wellen können stark sein. Direkt am Strand gibt es Duschen und mit der Strandhalle auch ein Restaurant. Anfahrt: über die Gemeinde Schwanewede, Ortsteile Neuenkirchen und Rade, von dort über die Brücke zur Insel Harriersand. Alternativ über Brake mit der Fähre zur Badestelle.

GPS: 53.331316, 8.496830

Hansjörg Ransmayr, „Wild­swimming Deutschland“, Haffmans und Tolkemitt, ISBN 9783942048514, 22,95 Euro.

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