Corona-Krise

Schleswig-Holstein riegelt Küste ab: Strandausflüge verboten

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Geneviève Wood und Christoph Heinemann
Auch Timmendorf (hier das Teehaus) ist für Besucher jetzt tabu.

Auch Timmendorf (hier das Teehaus) ist für Besucher jetzt tabu.

Foto: dpa picture alliance

Touristen dürfen drei norddeutsche Bundesländer nicht betreten. Zudem sollen alle Restaurants zumachen.

Kiel. Es ist ein historisch drastischer Schritt: Angesichts der Corona-Epidemie wird die norddeutsche Küste für Besucher abgeriegelt. Touristen dürfen Schleswig-Holstein ab dem heutigen Mittwoch nicht mehr betreten. Entsprechende Regelungen würden gemeinsam mit Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern auf den Weg gebracht, sagte der schleswig-holsteinische Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP). „Das heißt, dass sich Hamburger bitte nicht auf den Weg an die Nordsee, Ostsee und auch nicht an die Binnenseen machen.“ Ausgenommen sind Erst- und Zweitwohnungsbesitzer.

Alle Hotels müssen nach einer Verfügung schließen. Um auch Tagestouristen fernzuhalten, sollen zudem alle Restaurants in Schleswig-Holstein zu­machen. Diese Regelung gilt auch auf Wohnmobil- und Campingplätzen sowie in den Yachthäfen. Buchholz verdeutlichte, dass Besucher und Betreiber mit Strafen rechnen müssen, wenn sie sich nicht an das Verbot halten. „Das kann kontrolliert und ordnungsrechtlich durchgesetzt werden“, so Buchholz.

Fehlende Kapazitäten

Wie es aus der Landesregierung heißt, seien Krankenhäuser und Ärzte nicht dazu in der Lage, eine große Zahl von möglichen Infizierten in den Ferienorten behandeln zu können. Am Abend wurde bekannt, dass ein 78-Jähriger im Universitätsklinikum Lübeck starb. Er gilt als erster Corona-Toter Schleswig-Holsteins.

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Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte, es sei „wichtig für uns alle, dass wir Bewegungsfreiheit haben, die es den Menschen ermöglicht, an die frische Luft zu gehen“. Schleswig-Holsteins Bürger sollten beispielsweise im Wald spazieren gehen. „Es geht darum, alles zu vermeiden, wo man mit wahnsinnig vielen Menschen in Kontakt kommt.“

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das Sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Händewaschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten, die Infektionssymptome zeigen
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind überflüssig – sie können sogar umgekehrt zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen

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