Rostock

Fliegerbombe in Rostock: Innenstadt wird evakuiert

Rostock: 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe wurde auf einer Baustelle in der August-Bebel-Straße entdeckt

Rostock: 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe wurde auf einer Baustelle in der August-Bebel-Straße entdeckt

Foto: dpa

Wegen einer Fliegerbombe wird die komplette Rostocker Innenstadt am Mittwoch evakuiert.

In Rostock wird am morgigen Mittwoch eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe geräumt. Die Munition aus dem 2. Weltkrieg wurde am Montag auf einer Baustelle in der August-Bebel-Straße entdeckt und im Anschluss vom Munitionsbergungsdienst Mecklenburg-Vorpommern freigelegt.

Am Mittwoch, 27. März, wird ein Umkreis von 1.000 Metern um den Fundort vollständig evakuiert, bis zu 10.000 Rostocker und Rostockerinnen werden von dieser Maßnahme betroffen sein. Somit wird ab 8 Uhr der komplette Innenstadtbereich gesperrt sein, ab 7.30 Uhr werden Straßenbahnen und Busse nicht mehr in das Gebiet einfahren. Die Dauer der Räumung ist derzeit nicht absehbar.

Erschwerend kommt hinzu, dass in diesem Bereich drei Schulen, fünf Alten- und Pflegeheime, mehr als 100 Arztpraxen und ein Dutzend Hotels und Pensionen liegen. Zudem befindet sich die Fußgänger- und Einkaufszone im Evakuierungsgebiet.

"Der Aufwand ist enorm", erklärt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Es sei lange überlegt worden, wie der Aufwand und die Schwierigkeiten für die Einwohner möglichst gering gehalten werden können. "Wir haben mit solchen Dingen aber schon leidlich Erfahrungen gemacht." Es sei aber das erste Mal, dass fast der gesamte Innenstadtbereich von einer Räumung betroffen ist.

Munitionsbergungsdienst lobt Bauherrn

Die Vorgeschichte zum Fund der Weltkriegsbombe in der Rostocker Innenstadt ist nach Ansicht des Chefs des Munitionsbergungsdiensts MV, Robert Molitor, optimal gelaufen. Es habe eine Anfrage vom Bauherrn gegeben, ob die Fläche mit Kampfmitteln belastet sei. "Das haben wir ihm bestätigt. Er hat daraufhin eine Räumfirma beauftragt, diese Fläche vorsorglich abzusuchen", sagte Molitor am Dienstag.

Es hätten sich bei der Beprobung mehrere Verdachtsstellen ergeben, von denen sich eine als tatsächliche Bombe herauskristallisiert habe. "Wir kämpfen immer dafür, dass möglicherweise belastete Flächen vor Baubeginn abgesucht werden, damit nicht der Bauarbeiter die Bombe in der Baggerschaufel hat." Dann könne es zu Unfällen kommen.

Bombe liegt in vier Metern Tiefe

Dabei könne in der Rostocker Innenstadt wegen der großen Zerstörungen nicht auf alte Luftbilder zugegriffen werden, einzelne Bombeneinschlagspunkte seien kaum zu erkennen. Deshalb werde bei Baugeländen flächendeckend eine sogenannte Bohrlochsondierung vorgenommen, bei der nach magnetischen Anomalien gesucht werde, sagte Molitor. So könne genau festgestellt werden, in welcher Tiefe ein Objekt liege.

Die Bombe im Rostocker Rosengarten, die mit einem Kopf- und einem Heckaufschlagzünder versehen ist, liege in vier Metern Tiefe. Zunächst sei mit einem Bagger bis zu 3,80 Meter gegraben worden, anschließend folgte der Einsatz von Schaufel und Kelle.

Molitor ging davon aus, dass die Entschärfung der Rostocker Bombe am Mittwoch keine Probleme machen werde. "Wir haben aber eine Wasserstrahl-Schneidanlage vor Ort, die wir einsetzen können, falls sich einer der Zünder wehrt", sagte er. "Wenn alles gut läuft, rechnen wir mit einer halben Stunde, bis die Bombe entschärft ist." Allerdings gebe es bei solchen Prognosen immer Unsicherheitsfaktoren.

Ein gemeinsames Bürgertelefon ist am heutigen Dientag, 26. März, von 10 bis 18 Uhr unter der Rufnummer 0381 4916-2829 für Informationen und Hilfestellung erreichbar.