Mehrere Autodiebstähle im Hamburger Randgebiet aufgeklärt

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Nach intensiven Ermittlungen fasste eine Sonderkommission zwei Osteuropäer, die nach einer äußerst raffinierten Methode vorgingen.

Ratzeburg/ Lübeck. Einer 2017 gegründeten Sonderermittlungsgruppe zur Aufklärung von Autodiebstählen im Hamburger Randgebiet sind zwei dreiste Autodiebe ins Netz gegangen. Sie hatte sich ab Mai 2018 auf zwei Osteuropäer, 32 und 36 Jahre alt, fokussiert, die sich zeitweise in Hamburg aufhielten. Die beiden Männer stehen in Verdacht, schwerpunktmäßig Fahrzeuge der Marken Mazda, Ford und Mercedes im Bereich Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen gestohlen zu haben.

Dabei gingen sie äußerst raffiniert vor: Für die Öffnung und zum Starten der Fahrzeuge setzten die Tatverdächtigen verschiedene Werkzeuge ein. Bei Fahrzeugen der Marke Mercedes kam ein sogenannter Funkwellenverlängerer zum Einsatz. "Die kommen durchaus häufig zum Einsatz. In den vorliegenden Fällen war aber auffallend, dass die Tatverdächtigen Kenntnisse über diverse Diebstahlsmethoden verfügten und diese angewandt haben, zum Beispiel auch den Komplettaustausch von Steuergeräten", sagt die Lübekcer Oberstaatsanwältin Ulla Hingst.

Nach der Tat stellten die Diebe die Autos in einiger Entfernung von den Tatorten ab (meist in Wohngebieten) und statteten sie für mit Kennzeichen-Dubletten aus, um sie von Kurierfahrern nach Polen überführen zu lassen. Im Laufe der Ermittlungen konnten – auch unter Beteiligung der Polizei Brandenburg – Fahrzeuge, die zur Abholung abgestellt waren oder sich bereits auf dem Weg nach Polen befanden, sichergestellt und an die Eigentümer zurückgeführt werden.

Die beiden Tatverdächtigen sowie ein bereits angeworbener Kurierfahrer wurden am 17. Juli in Hamburg durch Beamte der Ermittlungsgruppe und der Polizei Hamburg festgenommen. Die mutmaßlichen Haupttäter befinden sich wegen des dringenden Tatverdachts des besonders schweren Diebstahls in sieben beziehungsweise acht Fällen in Untersuchungshaft.

Im Zuge der anschließenden Durchsuchungsmaßnahmen konnten eine Vielzahl von Fahrzeugschlüsseln, vorbereiteten Kennzeichen-Dubletten sowie weitere Beweismittel sichergestellt werden. Die Ermittlungen der Gruppe, die aus Lübecker und Ratzeburger Beamten besteht sowie aus Beamten aus Bad Oldesloe und der Autobahnpolizei, dauern an. Den Gesamtschaden schätzt Oberstaatsanwältin Hingst auf 400.000 Euro.

( fru )

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