Badeunfälle

Tod durch Ertrinken: Mindestens fünf Opfer an nur einem Tag

Rettungskräfte konnten bislang vier Tot bergen. Besonders tragisch ist der Tod eines jungen Letten, der bei Gasteltern zu Besuch war.

Kiel / Hannover. Die Zahl der vor allem jungen Männer, die in diesen Tagen beim Baden verunglücken, steigt dramatisch an. Wie jetzt bekannt wurde, ertranken alleine am Mittwoch in Norddeutschland mindestens fünf Schwimmer. Ein 54-jähriger Niederländer, der im Dankernsee (Landkreis Emsland) mit zwei Kollegen schwimmen gewesen und untergegangen ist, wurde mittlerweile tot geborgen. Die Kollegen hatten ihn zunächst selbst gesucht, nachdem sie ihn aus den Augen verloren hatten und dann die Polizei larmiert. Eine Suchaktion, an der unter anderen zehn Taucher und eine Drohne im Einsatz waren, blieb erfolglos. Die Suche wurde am späten Abend abgebrochen und am Morgen fortgesetzt. Dabei entdeckten Hubschrauber-Piloten der Polizei den Körper des Mannes in dem See. Die Todesursache war zunächst unklar.

Mittlerweile wurde auch der 21-Jährige, der am Mittwoch im Mittellandkanal in Hannover untergegangen war, gefunden. Taucher fanden seinen leblosen Körper, als sie am Donnerstag die zunächst abgebrochene Suche fortsetzten. Der junge Mann war an der Hindenburgschleuse baden gegangen und etwa zehn Meter vom Ufer entfernt versunken.

Im Heye-Glas-See bei Husum (Landkreis Nienburg) ertrank am Mittwoch ein 32-Jähriger. Rettungstaucher und ein Polizeihubschrauber hatten mit einer Wärmebildkamera nach dem Schwimmer gesucht. Kurz vor Mitternacht konnten sie nur noch den leblosen Körper des Mannes bergen.

Im Oldenstädter See (Landkreis Uelzen) kam am Mittwochabend ein 19-Jähriger Lette ums Leben, der zu Besuch bei einer Gastfamilie war. Seine Gastmutter hörte plötzlich Hilferufe und sah den Jungen untergehen. Die gegen 20.10 Uhr alarmierten Rettungskräfte suchten das Gewässer mit einer Tauchergruppe ab. Gegen 23 Uhr wurde der leblos im Wasser treibende Schwimmer entdeckt, Wiederbelebungsversuche mussten erfolglos abgebrochen werden. Der Oldenstädter See ist als Badegewässer ausgewiesen, eine Badeaufsicht ist jedoch nicht vor Ort. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Ein junger Mann, der in der Kieler Förde untergangen ist, konnte trotz intensiver Suche nicht gefunden werden. Man gehe nicht davon aus, den Mann noch lebend bergen zu können, so die Polizei. Mehrere Stunden lang hatten Einsatzkräfte bis in den Mittwochabend hinein mit Rettungsbooten, Tauchern und einem Hubschrauber nach dem Schwimmer gesucht. Auch Passanten halfen mit und bildeten eine Rettungskette, um die seichteren Gebiete in Strandnähe abzusuchen. Allerdings ohne Erfolg.

Der Mann hatte mit einem Bekannten zu einer Badeinsel im Ostseebad Laboe (Kreis Plön) schwimmen wollen. Auf halber Strecke sei er umgekehrt, um ans Ufer zurück zu schwimmen. Als sein Freund die Badeinsel erreichte, sei von dem Mann nichts mehr zu sehen gewesen. Zahlreiche Badegäste verfolgten die sechsstündige Suchaktion. Die Polizei sperrte während des Einsatzes die Zufahrten zum Strand ab.