Ahrensburg

Hausbewohner weisen Flüchtlinge ab

Sechsköpfige Familie aus Syrien darf nicht in Ahrensburger Wohnung einziehen

Ahrensburg. Der Vertrag für die Wohnung war vorbereitet, die Zusage der Kostenübernahme durch das Jobcenter da: Die sechsköpfige Familie Makia aus Syrien, Vater, Mutter und vier Töchter im Alter zwischen 15 und 30 Jahren, freute sich auf ihre neue 105-Quadratmeter-Bleibe im Ahrensburger Stadtteil Gartenholz. Doch plötzlich machte der Vermieter einen Rückzieher, weil Teile der Hausgemeinschaft die Flüchtlinge nicht als Nachbarn wollen und massiv Druck ausgeübt haben.

„Die Familie hat einen guten Eindruck gemacht. Von mir aus hätten sie einziehen können“, sagte der Vermieter, der nicht namentlich genannt werden will. Er berichtet von Beschwerden und der Drohung einer Klage. Der Mann hat früher ebenfalls in dem Haus im Kreis Stormarn gewohnt. Diplomatisch formuliert sagt er, die Personenzahl sei als zu hoch empfunden, regelmäßiger Besuch durch Verwandte erwartet worden.

Nachvollziehen kann Rechtsanwalt Alexander Blažek vom Eigentümerverband Haus & Grund in Kiel die Befürchtungen nicht: „Sechs Personen auf 105 Quadratmetern bedeuten keine Überbelegung.“ Eindeutige gesetzliche Regelungen zu einer Mindestgröße gebe es hier im Unterschied zu Hamburg nicht. „Aus rechtlicher Sicht haben die Eigentümer der anderen Wohnungen kein Mitspracherecht bei der Auswahl der Mieter“, so Blažek.

Die Makias leben derzeit in einem von der Stadt gemieteten Siedlungshaus. Sie hatten schon die Zeit nach dem Umzug geplant, wollten die neuen Nachbarn auf ein arabisches Essen einladen. Nun herrscht bei ihnen Entsetzen ob der Geschehnisse. Fassungslos ist auch Bürgermeister Michael Sarach: „Das ist kontraproduktiv für unsere Integrationsbemühungen.“