Hannover

Mitgliederplus für Parteien in Niedersachsen – nur CDU verliert

Forscher sagt: Unionsstreit könnte Zahl der Austritte noch erhöhen

Hannover. Mit Ausnahme der CDU gewinnen Niedersachsens Parteien Mitglieder. Das ergab eine Parteien-Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die mit der CDU geschlossene Regierungskoalition stieß bei den Sozialdemokraten wohl auf Zustimmung: Die SPD steigerte die Zahl ihrer Mitglieder von 57.575 Ende Juni 2017 auf 58.136 Mitglieder ein Jahr später.

Die CDU hatte dagegen zum Stichtag 30. Juni 59.372 Mitglieder – ein Jahr zuvor waren es mit 60.332 noch 960 Parteigänger mehr. Allein im vergangenen Mai gab es nach CDU-Angaben 108 Austritte. Der Parteienforscher Elmar Wiesendahl führt das unter anderem auf den Streit zwischen CSU und CDU zurück. „Der Unionsstreit schlägt voll durch, die Deutschen mögen keine Konflikte“, sagt er. „Es könnte sogar noch zu verstärkten Parteiaustritten kommen.“ Die SPD dagegen habe von ihrer Mitgliederbefragung zum Eintritt in die Berliner GroKo profitiert. „Die Beteiligung an der Abstimmung löst befristet einen Eintrittssog aus“, glaubt der frühere Professor der Universität der Bundeswehr und Geschäftsführer der Hamburger Agentur für politische Strategie.

CDU-Landeschef Bernd Althusmann führt den Mitgliederschwund auch auf den Altersdurchschnitt der CDU zurück. Sie werde weiter dafür kämpfen müssen, um bei 60.000 Mitgliedern zu bleiben. „Das wird schwer genug“, sagt Althusmann. Aufwind verspüren auch die Grünen: Die Zahl ihrer Mitglieder schnellte von 6567 im Mai des Vorjahres auf 7022 Ende Mai dieses Jahres hoch. Ähnlich sah es bei der FDP aus: Sie hat nun 6026 Parteigänger, wie Landeschef Stefan Birkner bekannt gab (Juli 2017: 5492 Mitglieder).