Tragisches Unglück

Imker stirbt in Bremen nach mehreren Bienenstichen

Der 70-Jährige hatte seine Insekten ohne Schutzkleidung kontrolliert. Das wurde ihm zum tödlichen Verhängnis.

Bremen. Ein 70 Jahre alter Imker ist in Bremen von seinen Bienen gestochen worden und gestorben. Wie die Polizei am Montag mitteilte, kontrollierte der Mann seine Insekten am Samstag ohne Schutzkleidung. Als er den Deckel seines Bienenstocks öffnete, rief er seiner 66 Jahre alten Ehefrau noch zu, dass sie sich schnell ins Auto setzen solle, da die Bienen äußerst aggressiv wirkten. Die Frau musste dann sehen, wie ihr Mann mehrfach gestochen wurde. Der Imker erlitt einen allergischen Schock, die verständigte Notärztin konnte nur noch den Tod des 70-Jährigen feststellen. Warum der Mann seine Schutzkleidung im Auto gelassen hatte, ist unklar. Die Polizei geht von einem tragischen Unglück aus.

Die Arbeit mit Bienen ist nach Angaben des Landesverbands Hannoversche Imker grundsätzlich nicht gefährlich. „Wer richtig mit den Tieren umgeht, wird in der Regel nicht gestochen“, sagte der Vorsitzende Jürgen Frühling. Honigbienen seien friedliche Tiere. „Nur sanftmütige Bienen werden weitervermehrt.“ Lebensbedrohliche Arbeitsunfälle gibt es ihm zufolge extrem selten. „Mir ist kein Todesfall unter Imkern bekannt und ich beschäftige mich seit 50 Jahren mit der Imkerei.“ Aber: „Bei Allergikern kann ein einzelner Stich tödlich sein.“ Ohne die Hintergründe zu kennen, sei der Todesfall in Bremen nicht einzuordnen.

Bienen sind selten aggressiv

Sachkundige Imkerinnen und Imker brauchen Frühling zufolge keine Schutzkleidung bei der Arbeit. „Es ist nicht nötig, sich zu vermummen.“ Dies werde auch bei der Ausbildung am Institut für Bienenkunde Celle empfohlen. „Ohne Schutzkleidung arbeitet man besser und ruhiger, das ist für den Menschen und die Bienen besser.“

Die Biologin und Hobby-Imkerin Elke Meier sieht ebenfalls keine großen Gefahren bei der Imkerei. „Bienen sind im allgemeinen nicht aggressiv“, so Meier, die bei der Naturschutzorganisation Nabu in Niedersachsen den Fachbereich Naturschutz leitet. Allerdings seien die Insekten bei manchen Wetterlagen unruhig. „Dann sollte man wirklich nur mit Rauch rangehen oder die Arbeit auf einen anderen Tag verschieben.“ Imkerinnen und Imker benutzen oft einen sogenannten Smoker, dessen Rauch die Bienen beruhigt. Meier zufolge schützen viele Imker ihr Gesicht mit einem Schleier.

Insektenstiche können lebensgefährlich sein

Wie viele Menschen pro Jahr bei ihrer Arbeit am Bienenstock ums Leben kommen, ist unbekannt. Allerdings ist klar, dass Insektenstiche lebensgefährlich sein können. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes sind seit dem Jahr 2000 jährlich mehrere Menschen nach Stichen von Bienen, Hornissen oder Wespen gestorben. Wie viele Imker unter den Todesopfern waren, schlüsselt die Statistik nicht auf.