Harburg

„Gleisläufer“ behindern immer öfter den Bahnverkehr

Harburg.  Immer öfter gibt es Alarm auf dem Hamburger Hauptbahnhof, weil Menschen, die dort nichts zu suchen haben, die Gleise betreten. Besonders betroffen sind die S- und Fernbahnstrecken in den Süden. Vorige Woche verzeichnete die Bundespolizei fünf spektakuläre Fälle. Betroffen waren vor allem die S-Bahnlinien 3, 31 und 21. Tausende Pendler saßen fest.

Die Anzahl der Menschen, die sich unerlaubt im Gleisbett aufhalten, habe sich deutlich erhöht, heißt es von der Deutschen Bahn. „Im Moment häufen sich Fälle. Warum das so ist, wissen wir nicht. Dazu sind die Fälle zu unterschiedlich“, sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis dem Abendblatt. „Der Zugverkehr wird wegen betriebsfremder Personen vorübergehend eingestellt“, lauten die Durchsagen. Wer sich hinter den „Gleisläufern“ verbirgt, erfahren Reisende nicht. „Häufig begeben sich Menschen auf die Schienen, weil sie dort ihr Handy suchen. Oder ihre Halskette“, sagt der Sprecher der Bundespolizei Rüdiger Carstens. „Oft sind es alkoholisierte Leute, die eine Abkürzung über die Schiene nehmen, Graffiti-Sprayer, Kriminelle auf der Flucht.“ Auffällig sei die Zunahme spektakulärer Fälle im Hamburger Süden: In Allermöhe ging ein junges Mädchen (14) mitten in der Nacht auf dem S-Bahngleis spazieren, weil es „nicht schlafen konnte“. Ein Mann (26) sammelte auf den Gleisen Pilze, und ein junger Mann (20) legte sich im Alkoholrausch (1,62 Promille) bei Stade zum Schlafen ins Gleisbett. Zwei Jugendliche hängten sich zudem mit Rollern an den ICE nach Basel.