Sylt

Von Büttenwarder nach Sylt

Die Insel hat Peter Heinrich Brix schon vor 40 Jahren fasziniert – jetzt ermittelt er dort für „Nord Nord Mord“

Sylt.  Auf Sylt heißt es derzeit: „Nord Nord Mord“. Bis Mitte November wird für die ZDF-Erfolgsserie auf der Nordseeinsel gedreht. Neu an Bord: der Hamburger Schauspieler Peter Heinrich Brix als Hauptkommissar Carl Sievers. Gedreht wird auf der ganzen Insel: in List unter anderem vor der Gemeindeverwaltung und am Ellen­bogen. Auch Kampen, Munkmarsch und Hörnum sind bekannte Schauplätze. Peter Heinrich Brix (u. a. „Neues aus Büttenwarder“, „Großstadtrevier“) hat seine ersten Drehtage als Nachfolger von Theo Clüver (Robert Atzorn) erfolgreich absolviert (ein Sendetermin steht noch nicht fest). Der staatlich geprüfte Landwirt spricht über die Herausforderungen seiner neuen Rolle, wie er das erste Mal als Fußballspieler auf die Insel kam und wie er sie nach Drehschluss mit dem Rad erkundet.

Herr Brix, Sie treten in große Fußstapfen – wie gehen Sie es an?

Peter Heinrich Brix: Die Erbschaft ist groß. „Nord Nord Mord“ ist eines der erfolgreichsten Formate. Das muss man vergessen können. Man geht schon mit Respekt an die Sache, aber positiv. Einer kommt, einer geht – so ist das im Leben. Und im Film.

Im Film geht Theo Clüver in Rente, und Carl Sievers wird von Kiel nach Sylt geschickt – wie ist Ihre Rolle angelegt?

Carl Sievers ist ein ganz anderer Typ als Theo Clüver. Sylt ist ihm suspekt. Auf der Insel muss er sich erst zurechtfinden. Die Figur ist sehr schön gezeichnet, passt gut ins Gesamtkonzept. Ich bin guter Dinge, dass ich die Rolle mit meinen beiden Kollegen schön entwickeln kann.

Apropos Kollegen: Das erste Zusammentreffen mit Ihren neuen Mitarbeitern Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) ist etwas frostig – wie wurde Peter Heinrich Brix in das Team aufgenommen?

Ich habe nicht das Gefühl, dass ich hier neu bin. Obwohl ich viele vorher nicht kannte. Mit Oli habe ich aber schon oft gedreht. Die Arbeitsatmosphäre ist sehr angenehm, die Produktion unglaublich professionell. Es war ein smoother Einstieg. „Nord Nord Mord“ ist ein Bonschi.

Carl Sievers ist Sylt suspekt – wie sehen Sie die Insel?

Ich war vor 40 Jahren schon mal hier. Als Fußballspieler in der Bezirksliga der TSG Scheersberg. In Tinnum spielten wir damals. Sylt hat mich fasziniert, es ist ja eine unglaublich schöne Insel. Jetzt bin ich das erste Mal nach elf Jahren wieder hier. Als Drehort gibt es nichts Schöneres. Bei der Bebauung müssen die Sylter aber aufpassen. Da herrscht so eine Goldgräberstimmung …

Haben Sie schon ein Lieblingsrestaurant gefunden?

Nein, ich hatte bisher noch nicht viel Zeit, die Insel zu erkunden. Die Dreh­tage sind lang. Da macht man abends nicht mehr viel, außer sich für den nächsten Tag vorzubereiten. Dann ist Daddeldu.

Ihr Kollege Oliver Wnuk ist da schon weiter – er hat sich bereits in die Insel verliebt.

(Lacht) Das könnte mir durchaus auch passieren, wenn ich die Insel besser kennenlerne! Am Wochenende habe ich ja etwas Freizeit. Dann bin ich gerne mit dem Rad unterwegs, allein, als Ausgleich zu meinem austauschstarken Job.

Sie standen auf einem Feuerwehrfest erstmalig auf der Bühne, spielten dann sechs Jahre Theater an der Niederdeutschen Bühne. Was hat Sie so gepackt, dass Sie hauptberuflich Schauspieler werden wollten?

Schon nach meinem ersten Auftritt war ich mit dem Schauspielvirus infiziert. Nach sechs Jahren Theater musste ich mich entscheiden: Soll ich aufhören, Landwirt zu sein? Oder aufhören zu spielen? Der Gedanke daran hat mich traurig gemacht. Da war einfach diese Freude am Spielen. Das ist der Ursprung von allem, die Keimzelle. Somit war die Entscheidung klar.

Wie hat Ihr Umfeld darauf reagiert?

Wie das oft so ist: Erst sagen sie, du bist bekloppt. Die Skepsis war ja nicht unbegründet. Aber wenn es dann funktioniert, haben es alle gewusst (grinst).

Was ist aus Ihrem Bauernhof geworden?

Ich habe die Verantwortung für den Hof 1989 an einen Landwirtschaftsmeister übergeben. Er ist nach wie vor ein Familienbetrieb, darüber bin ich glücklich.

War es schwieriger für Sie ohne klassische Schauspielausbildung?

Ich musste mir natürlich das Handwerk aneignen. Da guckt man sich auch viel von Kollegen ab. Alles andere ist Beharrlichkeit, Besessenheit, Kontinuität, Disziplin. Aber auch Glück. Außerdem habe ich als gelernter Landwirt tiefe Wurzeln. Das hilft. Man muss auf sich aufpassen in dem Job.

Als gelernter Landwirt war die Rolle des Bauern „Adsche“ in „Neues aus Büttenwarder“ dann doch eigentlich wie für Sie gemacht, oder?

(Lächelt). Na ja, Jan Fedder spielt den Bauern Kurt Brakelmann auch sehr überzeugend, obwohl er auf dem Kiez aufgewachsen ist.