Kiel

Kampf um den dritten Platz in der Wählergunst

Auf Parteitagen suchten Grüne und FDP ihr Erfolgsrezept für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein

Kiel. Mit einem klaren Eigenständigkeitskurs steuern die Grünen in Schleswig-Holstein die Landtagswahl am 7. Mai an. Spitzenkandidatin Monika Heinold setzte sich am Sonnabend auf dem Parteitag in Kiel von der Bundespartei ab. „Einen schlechten Trend kann man nur drehen, indem man eigenständig und selbstbewusst seinen Kurs vertritt“, sagte Heinold angesichts schlechter Umfragewerte im Bund.

Am selben Tag kündigte die FDP an, die Grünen vom dritten Platz in der Wählergunst verdrängen zu wollen. Die Voraussetzungen seien so gut wie lange nicht, sagte der Landesvorsitzende Heiner Garg auf dem Parteitag der Liberalen in Kiel. Die FDP will ein zweistelliges Ergebnis schaffen. 2012 lag die FDP mit 8,2 Prozent hinter den Grünen mit 13,2 Prozent.

Beim Grünen-Parteitag musste sich Katrin Göring-Eckhardt, die Vorsitzende der Bundestagsfraktion, anhören, wie wenig man in Schleswig-Holstein mit dem Kurs der Bundespartei einverstanden ist. „Unser grünes Markenzeichen ist die Eigenständigkeit“, betonte Heinold. Die Grünen seien weder Anhängsel noch Königsmacher. „Unsere Stärke beruht nicht darauf, einfach hinterherzutrotten, sondern einen eigenen Kopf, einen eigenen Stil zu haben.“ Wenn die SPD gute Vorschläge mache wie den, das Arbeitslosengeld länger zu zahlen, sagten die Nord-Grünen das, auch wenn die Bundesspitze anderes sage, betonte Heinold.

Die Grünen stellten auch ihre Liste zur Bundestagswahl im September auf. Auf Platz eins kam die Bundestagsabgeordnete Luise Amtsberg (32). Die flüchtlingspolitische Sprecherin der Fraktion setzte sich gegen die Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms (63) durch. Platz zwei holte der Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz (46). Die Wahl für Platz drei gewann Energiestaatssekretärin Ingrid Nestle (39) gegen Wilms.

Im Mittelpunkt des Parteitags der Liberalen stand das Wahlprogramm. Die FDP will die Grunderwerbssteuer für erstmalige Immobilienkäufe bis 500.000 Euro abschaffen. „Wir wollen ein Volk von Eigentümern und kein Volkseigentum“, sagte Parteichef Heiner Garg. Die jüngste Forderung der Landes-CDU nach flächendeckender Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren an Gymnasien lehnt die FDP ab.