Heikendorf

Anklage gegen 79-Jährigen, der Panzer im Keller hatte

Die komplizierte Bergung eines Weltkriegs-Panzers und einer Flak aus der Kellergarage eines Sammlers in Heikendorf

Die komplizierte Bergung eines Weltkriegs-Panzers und einer Flak aus der Kellergarage eines Sammlers in Heikendorf

Foto: dpa

Staatsanwaltschaft Kiel erhebt Anklage gegen den Sammler von Kriegswaffen. Ermittler stießen auch auf Flugabwehrkanone und Mörser.

Heikendorf.  Er war bis an die Zähne bewaffnet, hortete im Keller seines Hauses in Heikendorf (Kreis Plön) massenweise Kriegsgerät, darunter auch einen Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Kiel Anklage gegen einen 79 Jahre alten Sammler von Kriegswaffen erhoben, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und „mehrerer waffenrechtlicher Verstöße“, sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler dem Abendblatt.

Kriegswaffen waren nicht demilitarisiert

Die obskure Sammelleidenschaft des Rentners flog im Juli 2015 auf. Damals bargen auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Kiel Bundeswehrsoldaten den deutschen Panzer vom Typ Panther und weiteres Kriegsgerät aus dem Keller des 79-Jährigen. Die Ermittler stießen dabei unter anderem auf eine Flugabwehrkanone, einen Torpedo, Mörser, Maschinen- und Sturmgewehre, Waffen sowie 1500 Schuss Munition. „Wir waren überrascht, was wir dort alles gefunden haben“, so Bieler weiter. Die Staatsanwaltschaft ließ alle Waffen untersuchen und stellte fest, dass der 1984 von dem Rentner erworbene Panzer und anderes Kriegsgerät keineswegs demilitarisiert und funktionsuntüchtig waren.

„Mit dem Panzer hätte er aus seinem Keller rausfahren können“, sagte Bieler. Auch andere Waffen seien funktionstüchtig gewesen oder hätten „mit ein paar Handgriffen“ einsatzbereit gemacht werden können. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.