Schleswig-Holstein

Daniel Günther zum Vorsitzenden der CDU gewählt

Beim Parteitag in Neumünster: Ingbert Liebing (CDU), scheidender Landesvorsitzender, Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sowie Daniel Günther (CDU), Fraktionsvorsitzender im Landtag (v.l.)

Beim Parteitag in Neumünster: Ingbert Liebing (CDU), scheidender Landesvorsitzender, Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sowie Daniel Günther (CDU), Fraktionsvorsitzender im Landtag (v.l.)

Foto: dpa

Auf dem Parteitag in Neumünster stimmten 81,3 Prozent der 266 Delegierten für den 43-Jährigen. Grußwort von Kanzlerin Merkel.

Neumünster. Daniel Günther ist neuer Vorsitzender der CDU Schleswig-Holstein. Auf dem Parteitag in Neumünster stimmten 81,3 Prozent der 266 Delegierten für den 43-jährigen Eckernförder. Günther ist damit Nachfolger des Sylter Bundestagsabgeordneten Ingbert Liebing, der vor drei Wochen überraschend zurückgetreten war.

Günther, CDU-Fraktionschef im Kieler Landtag, hatte zuvor in einer knapp einstündigen Rede versucht, die Partei zu einen und auf den Wahlkampf einzuschwören. Am 7. Mai wird in nördlichster Bundesland ein neuer Landtag gewählt. "Viele in unserer Partei sind enttäuscht", gestand Günther unumwunden ein. Der plötzliche Rücktritt von Ingbert Liebing habe "Spuren hinterlassen". Die CDU müsse sich nun ehrlich machen, sagte Günther. Es sei der Partei bislang nicht gelungen, Wechselstimmung zu erzeugen.

Auf dem Parteitag schwiegen die Kritiker

Günthers Auftritt kam offenbar an. Eine von einigen CDU-Mitgliedern befürchtete Denkzettel-Wahl blieb jedenfalls aus. Besonders im Kreisverband Nordfriesland, dem Heimatverband von Liebing, hatte es nach dessen Rücktritt Kritik an Günther und anderen Funktionären gegeben. Diese hätten Liebing nicht ausreichend unterstützt, so der Vorwurf.

Auf dem Parteitag schwiegen die Kritiker. Vielleicht lag das auch an dem kraftvollen Auftritt des langjährigen Parteivorsitzenden und ehemaligen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen. "Die ganze Geschichte ist ärgerlich", sagte er. "Liebing ist ein spitzenmäßiger Kerl. Aber er hat keinen Rückhalt gehabt." Daraus müsse man lernen. "Wenn auch Günther keinen Rückhalt bekommt, wird auch er scheitern", sagte Carstensen.

Günther soll Spitzenkandidat für Landtagswahl werden

Vollständig überzeugen konnte er offenbar nicht. Die Kritiker nutzten die Wahlen zum Landesvorstand, um ein wenig Dampf abzulassen. Die von Günther vorgeschlagene Landtagsabgeordnete Katja Rathje-Hoffmann fiel durch. Statt ihrer zog Astrid Damerow aus dem Liebing-Kreisvorstand Nordfriesland in den Vorstand ein. Er wird komplettiert von Hans-Jörn Arp (Geschäftsführer der Landtagsfraktion), Tobias Koch (Landtagsabgeordneter aus Ahrensburg), Sabine Sütterlin-Waack (Bundestagsabgeordnete aus Flensburg), Tobias Loose (JU-Landesvorsitzender) und Kristina Herbst als stellvertretende Schatzmeisterin.

Der neue Landesvorsitzende ist verheiratet und hat ein Kind. Vor dem Parteitag hatte er die Erwartungen an sein Wahlergebnis bewusst niedrig gehalten. Es reiche ihm, die Mehrheit zu bekommen, sagte er. Die hat er nun. Den nächsten Schritt will die Partei nun Anfang Februar machen. Dann soll Günther auf einem weiteren Landesparteitag zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl gewählt werden. Auch in diesem Amt wird er Ingbert Liebing nachfolgen.