Westerland

Neuer Sylt-Autozug von RDC startet heute

Westerland. Am heutigen Dienstag verkehrt der neue Autozug Sylt erstmals zwischen Sylt und dem Festland: Abfahrt 9.25 Uhr ab Westerland. Die private Alternative zum Sylt Shuttle der Deutschen Bahn startet mit zehn Monaten Verspätung. Schwierigkeiten mit den Waggons hatten zu der Verzögerung geführt.

Der Autozug des Eisenbahnunternehmens Rail Development Corporation (RDC) startet zunächst in reduzierter Form. Vier Fahrten pro Tag werden angeboten, und das auch nur werktags. Erst ab dem 11. Dezember werden täglich 14 Fahrten angeboten. RDC bietet einen Einführungspreis an, der bis zum 4. November gilt: 25 Euro für die einfache Fahrt. Später soll die einfache Strecke 40 Euro kosten, die Deutsche Bahn verlangt 52 Euro. Nähere Informationen gibt es unter www.autozug-sylt.de im Internet.

Der rund elf Kilometer lange Hindenburgdamm verbindet die Insel wie eine Nabelschnur mit dem Festland. Ohne diese Verbindung bliebe nur die Fähre. Über den Damm gelangen Urlauber, Einheimische und allerlei Güter per Zug auf die Insel. Damit auch Autofahrer mit ihren Wagen bequem nach Sylt kommen, nutzen zahlreiche Autozüge die 1927 eröffnete Verbindung durch die Nordsee. Und um diese lukrativen Trassen gibt es Streit.

2015 hatte sich der Anbieter RDC bei der Vergabe teilweise gegen die Deutsche Bahn durchsetzen können. Demzufolge dürfen beide Firmen mit Autozügen auf die Insel fahren. Daraufhin weitete die Deutsche Bahn ihr Angebot aus – mit dem umstrittenen „Sylt-Shuttle Plus“. Da diese Autozüge als Fernverkehr zählen und bereits ab Bredstedt statt erst ab Niebüll verkehren, konnte die Bahn verhindern, dass RDC weitere Trassen erhält. Dieses „Plus“-Angebot ist jedoch langsamer und teurer als der Nahverkehr. Es sorgte im Fahrplan für Verspätungen – auch im Regionalverkehr. Zahlreiche Pendler protestierten.