St. Peter Ording

Nordsee-Welle reißt Mann aus Yacht – Segler stirbt im UKE

Brecher spült 60-Jährigen über Bord. Seenot-Hubschrauber holt ihn aus dem Wasser, doch Hamburger Ärzte können ihn nicht retten.

St. Peter Ording/Hamburg. Bei stürmischen Gewitterböen mit bis zu acht Windstärken ist am Freitagnachmittag ein Segler auf der Nordsee von einem Brecher aus der Plicht gespült worden. Zwar konnte er nach Information der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) bereits nach einigen Minuten von einem Hubschrauber aufgenommen werden, doch im Universitätsklinikum Eppendorf ist der 60-jährige Mann aus Bremen dann später am Abend gestorben. Die genaue Todesursache ist den Rettern nicht bekannt.

Die Havarie ereignete sich der DGzRS zufolge etwa 6,3 Kilometer westlich von St. Peter Ording. Die beiden Crewmitglieder der etwa neun Meter langen Yacht "Nereus" wollten das Schiff von Wyk auf Föhr zur Ostsee nach Ueckermünde überführen Der starke Wind aus Südwest hatte gegen Mittag dort bereits einen Seegang von 2,5 Meter Höhe aufgeworfen.

Der später verstorbene Mann soll an der Pinne gesessen haben und wurde vermutlich von einer besonders großen und brechenden Welle regelrecht über Bord gespült. Er trug zwar eine Rettungsweste, vermutlich sei er aber nicht angeleint gewesen. Üblicherweise tragen Segler eine solche Sicherungsleine meist nur, wenn sie auf dem Vorschiff zu tun haben.

Hubschrauber war sechs Minuten nach Alarmierung in der Luft

Unmittelbar nach dem Überbordgehen hatte die Seenotleitung in Bremen gegen 13.14 Uhr über UKW-Funk den Mayday-Ruf der "Nereus" erhalten. Wegen des starken und steilen Wellengangs war es dem zweiten Mann an Bord nicht gelungen, den Verunglückten wieder aufs Schiff zu bekommen. Mehrere Seenotrettungskreuzer und auch zwei Hubschrauber machten sich schließlich auf den Weg. Ein SAR-Helikopter der Marine war zum Unglückszeitpunkt auf Helgoland stationiert und stieg bereits sechs Minuten nach der Alarmierung in die Luft und war wenigen Minuten später vor Ort.

Aus der Luft konnte die Hubschrauber-Besatzung den Mann wenig später ausmachen, er trieb in seiner Rettungsweste in der See und machte bereits einen leblosen Eindruck. Per Seilwinde ließ sich ein Soldat zu ihm herunter und konnte den Verunglückten schließlich aufnehmen. Noch im Hubschrauber wurde versucht, ihn wiederzubeleben. Per Helikopter wurde er zunächst ins Krankenhaus nach Husum geflogen, später nach Hamburg verlegt – wo er dann starb.

Unglücksyacht versuchte nach Büsum zu gelangen

Derweil erreichte der Seenotkreuzer "Theodor Storm" aus Büsum die Unglücksyacht. Durch den schweren Seegang sei es zunächst nicht möglich gewesen, dass ein Retter zur Unterstützung übersteigen konnte, so die DGzRS. Erst im Schutz der Wattengebiete konnte ein zweiter Mann an Bord des Segelschiffs gelangen, um den Weg nach Büsum zu unterstützen.