Kiel

Terrorverdächtiger wurde laut Schwester vom IS entführt

Kiel.  Im Falle der in Schleswig-Holstein verhafteten mutmaßlichen IS-Terroristen hat sich die Familie eines der Männer zu Wort gemeldet. Der 17 Jahre alte Mahir al-H. sei in der syrischen Provinz Aleppo von Kämpfern des IS entführt worden, teilte dessen Schwester per WhatsApp Reportern des Magazins „Panorama 3“ des NDR Fernsehens mit. „Die Leute vom IS sind von Haus zu Haus gezogen, in der ganzen Gegend. Und aus jedem Haus haben sie einen Jugendlichen mitgenommen, gegen den Willen der Familien.“ Nach der Entführung habe die Familie weiterhin Kontakt zu Mahir gehabt. „Am Anfang war er eingesperrt, hat er erzählt. Irgendwann hat er dann so getan, als sei er auf ihrer Seite, und sie haben ihm geglaubt. Ab dann konnte er sich freier bewegen.“ Er sei zurückgekommen und habe die Familie gewarnt, der IS würde sie töten, weil er abgehauen sei. Die Familie sei in den Libanon geflüchtet. Mahir sei ihnen gefolgt und von dort weitergereist nach Deutschland – vermeintlich auf der Suche nach einem besseren Leben.