Norddeutschland

Warum die Dörfer rund sind

Die wendländischen Rundlingsdörfer sind vermutlich im elften oder zwölften Jahrhundert entstanden. Es gibt sie nicht nur in Niedersachsen, sondern auch in einigen anderen Bundesländern – überall dort, wo sich im Mittelalter die Siedlungsgebiete von Deutschen und Slawen berührten. Im Wendland sind die weltweit einzigartigen Rundlinge am besten erhalten.

Ihre charakteristische Form ist vermutlich die Folge einer frühen Art von Stadtplanung. Wissenschaftler vermuten, dass diese Dörfer vom Grundherrn geplant und angelegt wurden. Um einen runden oder ovalen Platz wurden bis zu zehn Häuser gruppiert, meist niederdeutsche Hallenhäuser, deren geschmückte Giebel aufs Zentrum ausgerichtet wurden. Ein sicherlich kommunikationsförderndes Konzept. Wer vors Haus trat, hatte alle Nachbarn im Blick. Gut erhaltene wendländische Rundlingsdörfer sind zum Beispiel Satemin, Schreyahn, Thunpaddel, Meuchefitz und Lübeln.