Kreuzfahrten

Die spektakuläre Reise eines Hamburger Luxusschiffs

Die MS Hanseatic passiert Treibeis im Magdalenenfjord in Norwegen (Achiv)

Die MS Hanseatic passiert Treibeis im Magdalenenfjord in Norwegen (Achiv)

Foto: imago

Die „Hanseatic“ von Hapag-Lloyd Cruises beendet Nordostpassage. Gäste beobachten ím Nordpolarmeer so viele Eisbären wie nie zuvor.

Hamburg.  Er ist einer der legendärsten Seewege unserer Zeit: Die mehr als 4500 Seemeilen lange Nordostpassage führt im Nordpolarmeer entlang der Nordküsten Asiens und Europas, von der Beringstraße bis zum Weißen Meer. Jetzt hat das Hamburger Kreuzfahrtschiff MS „Hanseatic“ der Reederei Hapag-Lloyd Cruises die Nordostpassage zum zweiten Mal erfolgreich absolviert. Dabei wurden immerhin 86 Eisbären gesichtet. „Ich habe bisher auf keiner Arktisreise zuvor so viele Eisbären gesehen. Hinzu kamen fantastische Nordlichter in sternenklaren Nächten“, sagt Kapitän Thilo Natke, der aus demniedersächischen Einbeck stammt. Die Passage mit rund 300 Personen an Bord ging am Kap Deschnjow zu Ende. Das ist der östlichste Punkt des russischen und damit auch asiatischen Festlands.

Mit dem Klimawandel schmilzt das Eis im arktischen Sommer

Die legendäre Nordostpassage beflügelt seit Jahrhunderten die Fantasie von Entdeckern und Reisenden. Doch ein polarer Eispanzer blockiert die meiste Zeit im Jahr jenen Weg, der vom fernen Osten im Nordpolarmeer nach Europa führt. Mit dem Klimawandel schmilzt das Eis im arktischen Sommer inzwischen so weit, dass die Nordostpassage neuerdings für die Handels- und Kreuzschifffahrt attraktiv wird.

Dem Schweden Adolf Erik Nordenskiöld gelang 1878/79 erstmals die Nordostpassage – und zwar von Europa, an der Küste Sibiriens vorbei bis nach Japan. Mit dem klimabedingten Zurückgehen des Eises entdeckt die Handelsschifffahrt diesen bislang verschlossenen Seeweg.

Bremer Beluga-Reederei setzte erstmals Handelsschiffe auf dieser Route ein

In der Saison 2013 wurden bereits 71 kommerzielle Fahrten durch die Nordostpassage gezählt, die den Seeweg von Europa nach Asien über den Suezkanal ersetzen – und vor allem deutlich verkürzen kann. Die Bremer Beluga-Reederei setzte erstmals im Jahr 2009 zwei Handelsschiffe ein und konnte auf diese Weise gegenüber der traditionellen Route über den Suezkanal 5400 Kilometer einsparen. Die „Hanseatic“ absolvierte die erste Nordostpassage vor zwei Jahren.

Die „Hanseatic“ (Länge: 122,80 Meter, BRZ: 8378) befährt die Weltmeere vorzugsweise dort, wo die Schiffe mit 1000 und mehr Passagieren nicht hinkommen: Antarktis und Arktis, Südsee, Amazonas, Guam und die Marianen-Inseln. Sie ist ein Expeditionsschiff mit der höchsten Eisklasse für Passagierschiffe (E4) und mit Fünf-Sterne-Komfort. Das 1993 in Dienst gestellte Schiff hat nur Außenkabinen mit 22 Quadratmetern sowie vier Suiten (44 Quadratmeter). Swimmingpool, Fitnessraum und Solarium sorgen für Entspannung. Für die Ausflüge gibt es Parka und Gummistiefel an Bord. Aber am Abend gilt sportlich-elegant und zu festlichen Anlässen zumindest dunkler Anzug oder Cocktailkleid.