Lübeck

Lübeck will 48 Linden fällen – Gegner planen Bürgerbegehren

Lübeck.  Die Hansestadt Lübeck will die Straße An der Untertrave gleich hinterm Holstentor zur Flaniermeile umgestalten. Es soll weniger Platz für Autos, dafür mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger geben. Dazu sollen im Herbst 48 Winterlinden gefällt und durch japanische Perlschnurbäume ersetzt werden. Dagegen regt sich Widerstand. Ein Aktionsbündnis hat mehr als 5000 Unterschriften gesammelt und plant ein Bürgerbegehren zum Erhalt der Linden. Das könnte den gesamten Umbau zu Fall bringen, denn die Bauarbeiten müssen bis 2018 abgeschlossen sein, damit die Stadt Fördermittel des Bunds in Höhe von 3,4 Millionen Euro aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus 2015“ bekommt.

„Viele Bürger sind empört, dass die intakten Bäume gefällt und durch nicht heimische Bäume ersetzt werden sollen“, sagte die Grünen-Abgeordnete in der Lübecker Bürgerschaft und Sprecherin des Aktionsbündnisses „Lübecks Linden leben lassen“, Katja Mentz. Die Stadt begründet die Fällung der 50 Jahre alten Bäume mit einem Gutachten, wonach das Wachstum der Bäume stagniere und deren Lebensdauer vermutlich nur noch zehn Jahre betrage.

Das wollen die Lindenliebhaber so nicht gelten lassen. „Wir haben einen unabhängigen Baumexperten zurate gezogen. Der ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bäume tatsächlich ein eingeschränktes Wachstum und einige auch vertrocknete Spitzen haben. Eine komplette Abholzung hält er aber für nicht gerechtfertigt“, sagte Mentz. Hinter dem Aktionsbündnis stehen vor allem die links-alternative GAL-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft, aber auch die Grünen und mehrere Umweltverbände. SPD und CDU dagegen lehnen das Bürgerbegehren ab.

( dpa )

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