Nordsee

Sylt: Bis zu 1000 Euro Strafe für Strandburgen am Meer

Alle Kinder lieben es, am Strand Burgen zu bauen und Löcher zu graben. Auf Sylt ist das laut Gemeindesatzung verboten

Alle Kinder lieben es, am Strand Burgen zu bauen und Löcher zu graben. Auf Sylt ist das laut Gemeindesatzung verboten

Foto: imago stock&people

Zum Sommer gehört eigentlich auch das Buddeln im Sand. Warum Sandburgen bauen und Löcher schaufeln auf der Nordseeinsel verboten sind.

Sylt. Strand und Sandburgen bauen – das ist im Familienurlaub am Meer untrennbar miteinander verbunden. Nicht so auf Deutschlands berühmtester Nordseeinsel. Hier, so heißt es in der Satzung der Gemeinde Sylt über die „Einschränkung des Gemeindegebrauchs am Meeresstrand“, ist es nicht gestattet, „im Strandbereich Burgen zu bauen oder Löcher zu graben“.

Wer dennoch am Strand buddelt und baut, begeht eine Ordnungswidrikeit. Die kann mit einer Geldbuße in Höhe von bis zu 1000 Euro geahndet werden.

Unterschied zwischen Strandburgen und Sandburgen

„Stimmt“, sagt Steffen Jahrmarkt vom Insel Sylt Tourismus-Service. „Strandburgen bauen und Löcher graben ist an Sylts Stränden verboten.“ Beim Buddeln gehe es in erster Linie um die Sicherheit der Gäste, so Jahrmarkt, und erinnert an das tragische Unglück von Amrum im Sommer vor vier Jahren. Damals wurde ein zehn Jahre alter Junge am Strand von Wittdün in einem selbst gegrabenen Loch vom Sand verschüttet und starb.

Allerdings müsse zwischen Strandburgen mit Wällen und Gräben um Strandkörbe und Liegeplätze herum und kleinen Sandburgen unterschieden werden. Die Strandburgen sind verboten. "Ein bis zweimal pro Jahr gibt es hier Sturmfluten. Dann müssen die Strandkörbe abtransportiert werden. Das funktioniert nicht, wenn sie eingegraben wurden“, sagt Jahrmarkt. Bei Kindersandburgen sei das etwas anderes. „Wir wollen ihnen ja den Spaß nicht verderben und drücken dabei sämtliche Augen zu." Strandmitarbeiter wie die Strandkorbkontrolleure seien aber angewiesen, ein Auge auf die Sandaktivitäten zu halten, vor allem auf die Buddellöcher. Die dürfen eben nicht zu tief werden.

Und die Burgen nicht zu hoch. „So ein Sandberg bietet dem Meer mehr Angriffsfläche als der platt auf dem Strand liegende Sand“, weiß Jahrmarkt. Stichwort Landabtrag. Jedes Jahr werde für sehr viel Geld Sand auf Sylts Strände gespült. Sandburgen, so liebevoll wie sie auch gebaut wurden, würden diese teuren Maßnahmen konterkarieren.

Klare Ordnung auf Amrum

Auf Amrum lauten die Regeln ähnlich wie auf Sylt. In der "Satzung über die Benutzung des Badestrandes" steht unter anderem: "Im Strandabschnitt ist es untersagt, in weniger als 20 Meter Entfernung vom Dünenfuß bzw. an Uferschutzanlagen aller Art Burgen und/oder Löcher zu graben. Aus Strandgut und nicht strandeigentümlichen Stoffen errichtete Stranburgen sind verboten, Sandburgen, zum Schutz der Strandkörbe bei Überflutung, dürfen nur niveaugleich mit dem Strand gebaut werden." Auf ganz gewöhnliche Sandburgen, wie sie Kinder gern bauen, geht die Satzung nicht ein.

Keine Regeln in St. Peter-Ording

In St. Peter-Ording sieht man die Sache mit den Sandburgen und -löchern locker. Ein Verbot gibt es hier nicht. „Wir gehen davon aus, dass die Gäste aufpassen, dass Löcher nicht zu tief gegraben werden“, sagt Constanze Höfinghoff von der Tourismuszentrale St. Peter-Ording. Außerdem achteten die Strandmitarbeiter darauf. Grundsätzlich gehe es immer um das Maß der Dinge. Die Gäste seien aufgefordert, Buddellöcher zuzuschütten. "Damit sich Strandspaziergänger in der Dämmerung oder in der Dunkelheit nicht verletzen."

Strand- und Badordnungen in vielen Küstenorten

In vielen Badeorten an Nord- und Ostsee setzen Strand- und Badeordnungen dem Bauboom am Strand Limits, um Unfälle zu vermeiden. "Strandburgen dürfen in ihrem obersten Durchmesser nicht größer als 3,50 Meter sein. Das Graben von Löchern und Tunneln ist verboten", heißt es beispielsweise in der Strandordnung des Rügener Ostseebades Binz. Es besteht die Gefahr, dass vor allem nachts Menschen unerwartet in Löcher oder über Sandberge stolpern. Kurverwaltungsmitarbeiterin Marikke Behrens sagte, es laufe niemand mit einem Maßband herum. In der Regel löst sich das Problem durch einen Hinweis des Außendienstmitarbeiters, der am Strand patrouilliert. "Meistens sind die Leute einsichtig, bauen zurück und schütten am Abend Gräben zu."