Bremen/Moringen

Polizei fasst aus Therapie geflohenen Mörder in Bremen

Bremen/Moringen.  Die Polizei hat einen aus dem Maßregelvollzug im niedersächsischen Moringen entkommenen verurteilten Mörder gefasst. Es sei „unkompliziert“ gewesen, der Mann habe keinen Widerstand geleistet, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Bremen, Frank Passade, am Sonntag.

Nach Angaben der Polizei wurde der Mann in der Nacht zum Sonnabend im Bremer Stadtgebiet gefasst. Der Mörder war am 17. Mai während eines Ausgangs entkommen. Er hielt sich für eine ambulante Therapie in Northeim auf. Weil eine Mitinsassin gegenüber der Einrichtungsleitung schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben hatte, sollte er zurückgeholt werden. Da riss er sich von den Betreuern los und lief weg. Er soll von der Frau verlangt haben, Drogen in die Einrichtung zu schmuggeln.

Der psychisch kranke Mann war 1998 wegen Mordes im Drogenmilieu in Bremen verurteilt worden. Nach Ansicht der Behörden ging von ihm keine Gefahr für andere Menschen aus. In den vergangenen Wochen wurden im niedersächsischen Maßregelvollzug ähnliche Fälle bekannt. So ist ein am Dienstag in Hildesheim entkommener 32-jähriger Mann noch auf der Flucht. Er war wegen schweren Raubes zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt worden und seinem Betreuer während eines Ausgangs zur Cafeteria der Klinik entwischt. Sein Anwalt hatte ihm kurz zuvor mitgeteilt, dass er wieder ins Gefängnis müsse, weil die Klinik den 32-Jährigen nicht für therapiefähig hielt.

Am 9. Mai hatte ein Straftäter aus dem niedersächsischen Maßregelvollzug eine 73 Jahre alte Frau in ihrer Wohnung ausgeraubt und schwer verletzt. Im April wurde bekannt, dass ein Patient des Maßregelvollzugs im Herbst 2015 eine 23 Jahre alte Frau während eines unbegleiteten Ausgangs getötet haben soll. Ministerin Cornelia Rundt (SPD) hatte daraufhin Nach­besserungen im Lockerungssystem angekündigt. Nach Angaben des Sozialministeriums sind in diesem Jahr in Niedersachsen bislang vier Menschen aus dem Maßregelvollzug entkommen. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 15, zwei Jahre zuvor sogar 33.