Münster

Tote „Gorch Fock“-Kadettin: Fall wird vor Gericht neu aufgerollt

Münster. Der Tod der 2008 auf der „Gorch Fock“ über Bord gegangenen Kadettin Jenny Böken wird erneut von einem Gericht untersucht. Nachdem die Eltern der jungen Frau mit einer Entschädigungsklage gegen die Bundesrepublik Deutschland gescheitert waren, will das Oberverwaltungsgericht in Münster den mysteriösen Fall von Mitte September an ein weiteres Mal verhandeln. Das bestätigte ein Sprecher des Gerichts am Freitag. Unter anderem sollen laut „Bild“-Zeitung erstmals der damalige Kapitän der „Gorch Fock“ sowie der Schiffsarzt aussagen.

Das Aachener Verwaltungsgericht hatte die Klage der Eltern auf 40.000 Euro Entschädigung nach dem Soldatenversorgungsgesetz im Oktober 2014 zurückgewiesen. Nach diesem Gesetz steht den Eltern eines Soldaten eine Entschädigung zu, wenn dieser bei der Dienstausübung unter besonderer Lebensgefahr stirbt. Der nächtliche Wachdienst von Offiziersanwärtern auf der Gorch Fock auf dem Posten „Ausguck“ ohne Sicherung sei bei entsprechender Wetterlage zwar lebensgefährlich. Er sei aber nicht mit einer besonderen Lebensgefahr verbunden, hatte das Verwaltungsgericht damals festgestellt.

Jenny Böken aus Geilenkirchen war 2008 während ihrer Nachtwache von dem Segelschulschiff über Bord gegangen. Die Kieler Staatsanwaltschaft sprach von einem tragischen Unglück. Die Todesumstände sind aber bisher nicht geklärt.