Tarifstreit

Tausende Metaller im Norden gehen in den Warnstreik

Mitarbeiter der Firma Still haben sich am 29.04.2016 in Hamburg bei einem Warnstreik um eine Feuertonne mit dem IGM-Logo versammelt. Nach ergebnislosen Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall in der Nacht zum Freitag bundesweit mit Warnstreiks begonnen. Um Mitternacht war die Friedenspflicht ausgelaufen, die Streiks nicht gestattet

Mitarbeiter der Firma Still haben sich am 29.04.2016 in Hamburg bei einem Warnstreik um eine Feuertonne mit dem IGM-Logo versammelt. Nach ergebnislosen Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall in der Nacht zum Freitag bundesweit mit Warnstreiks begonnen. Um Mitternacht war die Friedenspflicht ausgelaufen, die Streiks nicht gestattet

Foto: Axel Heimken / dpa

Arbeitnehmer aus 50 Betrieben in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen demonstrieren. Sie fordern 5 Prozent mehr Lohn

Hamburg/Hannover.  Mehr als 3000 Beschäftigte haben in der Nacht zu Freitag ab Mitternacht bei Warnstreiks der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie ihre Arbeit niedergelegt. Arbeitnehmer aus 50 Betrieben in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und dem nordwestlichen Niedersachsen demonstrierten am frühen Morgen gegen den laufenden Tarif, sagte Heiko Messerschmidt, Sprecher der IG Metall Küste. Im übrigen Niedersachsen legten laut IG Metall fast 1000 Beschäftigte unmittelbar nach Ende der Friedenspflicht in der Nacht zeitweise die Arbeit nieder.

In Hamburg gab es nächtliche Streiks bei Still, Hydro, Arcelor Mittal und den größten mit 300 Teilnehmern bei Mercedes. Am Warnstreik in Bremen beteiligten sich 1200 Arbeitnehmer von Daimler und Lear.

Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Lohn

Hartmut Meine, IG-Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, betonte, dass sich die Arbeitgeber auf massive Warnstreiks einstellen können: „Die Metallerinnen und Metaller werden sich nicht mit einem Almosen abspeisen lassen.“

An der Aktion vor dem Werkstor von Johnson Controls in Hannover beteiligten sich demnach rund 120 Beschäftigte der Nachtschicht. Am Warnstreik bei KSM in Hildesheim nahmen mehr als 350 Beschäftigte von KSM, Wabco, Robert Bosch, Alcoa und weiteren Betrieben teil. Bei Continental in Gifhorn legten rund 250 Beschäftigte in der Nacht die Arbeit zeitweise nieder.

Am Donnerstag war die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die 140.000 Beschäftigten der Metall- und Elektronindustrie ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der Arbeitgeberverband Nordmetall bot Einkommenserhöhungen in zwei Stufen, die sich für 24 Monate auf 2,1 Prozent summieren, sowie Einmalzahlung von 0,3 Prozent.