Nordsee

Bergung der Pottwale vor Büsum bereitet Probleme

Tote Pottwale hinter dem Deich am Wattenmeer vor dem Kaiser-Wilhelm-Koog.

Tote Pottwale hinter dem Deich am Wattenmeer vor dem Kaiser-Wilhelm-Koog.

Foto: dpa

Der achte Kadaver im Kaiser-Wilhelm-Koog kann nicht mit dem Tieflader transportiert werden. Zwei Wale noch auf einer Sandbank.

Kaiser-Wilhelm-Koog. Die Bergung der im Wattenmeer vor Dithmarschen entdeckten Pottwale gestaltet sich zum Teil schwierig. Der letzte von insgesamt acht Kadavern im Kaiser-Wilhelm-Koog in Schleswig-Holstein ist durch Faulgase stark aufgebläht und teilweise geplatzt, sagte Alina Claußen von der Nationalparkverwaltung am Freitag. Der tonnenschwere Koloss könne nicht mehr auf einem Tieflader transportiert werden. Ein spezieller Muldenkipper solle den Kadaver am Sonnabend direkt in eine Tierkörperwertungsanstalt nach Niedersachsen bringen.

Die Walkadaver Nummer neun und zehn liegen mehrere Kilometer vom Festland entfernt auf zwei Sandbänken im Wattenmeer vor Büsum. Orangefarbene Bojen an den Schwanzflossen der beiden Wale sollten sicherstellen, dass die Experten sie auch nach einer starken Flut wiederfinden. Sie sollen nacheinander mit einer Raupe an die Wasserkante gezogen und von dort mit einem Schiff nach Meldorf geschleppt werden. Anders als die vor Kaiser-Wilhelm-Koog verendeten Tiere trugen die Büsumer Kadaver auch am Freitag noch ihre wegen des Elfenbeins wertvollen Unterkiefer.

Die Entsorgung der anderen sieben vor dem Kaiser-Wilhelm-Koog gestrandeten Pottwale ging zügig voran. Bis Freitag waren vier tonnenschwere, neun bis zwölf Meter lange Tierkörper auf einer Plattform im Meldorfer Hafen zerlegt. Die Kadaver werden von einem internationalem Expertenteam unter Leitung von Professorin Ursula Siebert vom Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung (ITAF) an der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersucht, um die Ursachen der Strandung zu erforschen.

Nach Angaben der Schutzstation Wattenmeer strandeten seit dem 8. Januar insgesamt 28 junge Pottwale in der südlichen Nordsee, 16 davon in Deutschland, je 6 in den Niederlanden und Großbritannien. Deren tonnenschwere Kadaver stellen die Helfer vor logistische Herausforderungen.

In England lebend angeschwemmter Wal starb am Abend

An der englischen Ostküste war am Donnerstagvormittag wieder ein Pottwal angeschwemmt worden. Die Küstenwache und ein Team von Spezialisten kamen zum Küstenabschnitt zwischen Old Hunstanton und Holme-next-the-Sea in der Grafschaft Norfolk und versuchten, den Wal am Leben zu erhalten. Noch atme der Wal, meldete der britische Sender BBC unter Berufung auf Augenzeugen am Vormittag. Das Tier sei in einer angespannten Verfassung, sagte der Biologe Ben Garrod von der Zoological Society of London dem Sender.

Die BBC verkündete am Abend schließlich die traurige Nachricht: Trotz aller Bemühungen der Spezailisten vor Ort starb der gestrandete Meeressäuger gegen 20 Uhr am Donnerstagabend.