Kiel

Parlament darf „Friesenhof“-Akten einsehen

CDU und FDP attackieren Ministerin Alheit und prüfen Untersuchungsausschuss

Kiel. Die Staatsanwaltschaft Kiel hat am Freitag grünes Licht für eine Weitergabe der „Friesenhof“-Akten an den Sozialausschuss des Landtags gegeben. Das Sozialministerium überstellte umgehend Kopien der Akten der geschlossenen umstrittenen Jugendheime dem Landtag.

Am Freitagvormittag hatten Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft nach einer Sichtung der Akten im Ministerium festgestellt, dass gegen eine Weitergabe nichts spreche. Dadurch würden die Ermittlungen über vermutete Aktenmanipulationen im Ministerium nicht gefährdet. „Ich begrüße die Mitteilung der Staatsanwaltschaft“, sagte Sozialministerin Kristin Alheit (SPD). „Konsequente Aufklärung und die Stärkung des Kinderschutzes sind mein Ziel.“

Alheit hat wegen des Verdachts der Aktenmanipulationen zum Fall „Friesenhof“ in ihrem Ministerium Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Dabei soll es um das Löschen von E-Mails und einen verschwundenen Vermerk gehen.

Die Opposition wirft Alheit Missmanagement vor. Es sei zu spät und unzureichend im Fall „Friesenhof“ reagiert worden. Zwei Heime für Mädchen mit Suchtproblemen oder krimineller Vergangenheit hatte das Landesjugendamt Anfang Juni geschlossen, weil Fachpersonal fehlte und es Berichte über erniedrigende pädagogische Methoden gab. Massive Beschwerden gab es aber schon seit Sommer 2014. FDP und CDU werfen Alheit eine Verschleierungstaktik vor. Sollte sie nicht volle Aufklärung leisten, müsse ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden.