eutin

Gericht stoppt Rammarbeiten

13 Meter hohe Spundwand sorgt weiter für Aufregung in Eutin. Anwohner fürchten um ihre Häuser

eutin. Die Anwohner unweit der Eutiner Stadtbucht zittern weiter um ihre Häuser. Am Freitag machte sich ein Richter des Verwaltungsgerichts Schleswig ein Bild von den Schäden, die die Betroffenen den jüngsten Rammarbeiten in der Stadtbucht zuschreiben (das Abendblatt berichtete). Die Stadt will im Zuge der Stadtsanierung, die die Bauarbeiten zur Landesgartenschau begleiten, eine 13 Meter hohe und 250 Meter lange Spundwand am Rande der Bucht in den Boden rammen

Aber es kam anders: Seit Beginn der Rammarbeiten Anfang Mai treten laut Aussage der Betroffenen in der Innenstadt vermehrt Risse in den Häusern, verschobene Schornsteine und Dächer auf. Jetzt ist das Rammen vorerst gestoppt, denn das Verwaltungsgericht hat einen sogenannten Hängebeschluss erlassen. Beim Ortstermin am Freitag besichtigte der zuständige Richter die Schäden. Bis zum morgigen Mittwoch können Schriftsätze eingereicht werden, dann wird die Entscheidung vermutlich Ende der Woche fallen.

Die etwa 80 Anwohner, die sich in einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen haben, hatten zuvor gegen die Rammarbeiten geklagt. Die Spundwand ist laut Claus Behrens, der ein Reisebüro in unmittelbarer Nähe der Stadtbucht betreibt und zwei Häuser besitzt, auch noch in weiterer Hinsicht problematisch. Die Anwohner hätten Sorge, dass durch die Wand das Wasser aus der Innenstadt nicht mehr in den Großen Eutiner See abfließen kann und ihre Häuser künftig regelrecht absaufen. Die Wand sei überdimensioniert und passe eher in den Hamburger Hafen.

Sigrid Jürß, Sprecherin der Interessengemeinschaft, betont, dass keiner der Anlieger etwas gegen die Landesgartenschau habe, aber: „Sie hat für uns nicht gerade den besten Start.“ Die Stadt hätte ihrer Ansicht nach viel mehr auf die historischen Bauten Rücksicht nehmen müssen.

Auch aus dem Schloss, das ebenso an der Stadtbucht liegt, seien Risse vermeldet worden, auch wenn in dessen Nähe ihren Informationen nach nur gepresst und nicht gerammt worden sei, so Jürß. Bauamtsleiter Bernd Rubelt hingegen will dem Rammen zumindest noch keine Schuld an den frischen Schäden zuschreiben. Es werde ruhig und sachlich analysiert, was dort passiert ist, sagt er. Sprecherin Sigrid Jürß fürchtet wiederum, dass nach der Auseinandersetzung um den Baustopp dann die nächste um den Schadenersatz folgt.