Hannover

Minister stichelt in Anzeige gegen Bayerns Regierung

Hannover. Mit einer rund 60.000 Euro teuren Anzeige in der „Süddeutschen Zeitung“ hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) Unternehmer aus Bayern zum Umzug nach Niedersachsen aufgefordert. „Auch bayerische Unternehmen brauchen Strom! Ziehen Sie direkt an die Quelle, ins Land mit Energie: nach Niedersachsen“, schreibt Lies in der halbseitigen Anzeige, die am Sonnabend erschien. Der Minister attackiert darin die Linie der bayerischen CSU-Landesregierung zur Energiewende scharf. „Die Haltung der bayerischen Staatsregierung sorgt eher nicht dafür, diese industriepolitisch Herausforderung zu meistern“, schreibt Lies.

Bayern steht mit seiner Haltung zur Energiewende relativ isoliert da, die Wirtschaftsminister der Länder hatten sich zuletzt mit Ausnahme Bayerns zum Ausbau der Stromnetze in Deutschland bekannt. Lies schreibt, Niedersachsen sei führend beim Ausbau erneuerbarer Energien, außerdem stelle das Land „den DFB-Pokalsieger 2015 und aktuellen Bayernjäger Nr. 1“, stichelt Lies weiter.

Seine bayerische Ministerkollegin Ilse Aigner (CSU) reagierte gereizt. Die Anzeige sei schlechter Stil, sagte sie laut ntv.de. Ein Sprecher des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums, sagte, die Anzeigenkosten seien als Wirtschaftswerbung für das Land durchaus gerechtfertigt.