Windanlagenbauer

Nordex mit Gewinnsprung und neuer Führung

Der Windkraftanlagenhersteller setzt seinen Kurswechsel unbeirrt fort. Auch die Führungsstruktur wird umgekrempelt.

Hamburg/Rostock.  Mit neuer Führung und starkem Wachstum will der Windkraftanlagenhersteller Nordex seinen erfolgreichen Kurswechsel fortsetzen. Der neue Vorstandsvorsitzende Lars Bondo Krogsgaard berichtete auf der Hauptversammlung am Dienstag in Rostock zunächst aber über die Hintergründe des überraschenden Wechsels in der Führung. Der bisherige Vorstandschef Jürgen Zeschky habe eine neue Partnerin gefunden, mit der er in der Schweiz leben werde, erklärte er. „Das war in erster Linie eine Entscheidung für sein privates Glück - nicht für oder gegen Nordex“, erklärte er. Krogsgaard leitet das Unternehmen erst seit dem 1. Juni als Teil des neuen Executive Committees aus zwei Vorständen und sieben weiteren Managern.

Krogsgaard kündigte auf der Hauptversammlung eine leichte Kurskorrektur an. Statt moderatem Wachstum wolle Nordex den derzeitigen Schwung nutzen und „zweistellig wachsen“. Die Zahlen aus dem ersten Quartal unterstreichen das. Nordex steigerte den Umsatz um 17 und den Gewinn um 63 Prozent. Bis zu 2,1 Milliarden Euro Umsatz sind für das laufende Jahr geplant. 2014 hatte Nordex beim Umsatz bereits um 21 Prozent zugelegt und den Gewinn nach Steuern auf 39 Millionen Euro erhöht.

„Nordex hat ausgezeichnet gearbeitet“, lobte Peter Tschirner von der Schutzvereinigung der Kapitalanleger die Geschäftsentwicklung. Er fragte zudem nach einer Dividendenausschüttung. Vorstandschef Krogsgaard stellte dafür Bedingungen. „Wenn wir eine nachhaltige Dividendenfähigkeit erreichen und wenn die Nordex SE einen relevant hohen Gewinn erzielt. Wir wollen nicht einmalig eine Ausschüttung vornehmen und dann wieder pausieren.“

Nordex investiert derzeit kräftig in Produktion und Mitarbeiter. Das Werk für die Rotorblattfertigung in Rostock wird für 25 Millionen Euro umgebaut und erweitert. Die Zahl der Angestellten soll auf rund 3000 wachsen. Offshore-Projekte lehnt Krogsgaard ab, „weil sie zu groß und risikoreich für Nordex sind“.