Hamburg sucht Fläche für geschlossenes Heim im Umland

Hamburg. Autodiebstahl, Zündeleien, ein langes Vorstrafenregister: Der Hamburger SPD-Senat will schwer kriminelle Jugendliche wieder in einem geschlossenen Heim unterbringen – und sieht sich vor allem in den Nachbarländern der Hansestadt um: Knapp 40Flächen sind dafür laut Sozialbehörde bereits im Umland geprüft worden.

Bis Herbst 2013 waren stark auffällige Jugendliche aus Hamburg in Einrichtungen der Haasenburg GmbH in Brandenburg untergebracht. Nachdem diese wegen unhaltbarer Zustände dauerhaft geschlossen wurden, kündigte Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) an, eine eigene geschlossene Unterkunft für die Minderjährigen schaffen zu wollen. Und zwar außerhalb der Stadt, um den straffällig gewordenen Jugendlichen den Kontakt zum kriminellen Milieu zu erschweren, sagt der Sprecher der Sozialbehörde, Marcel Schweitzer. Allerdings halte sich die Begeisterung im Umland in Grenzen, gibt Schweitzer zu. Zudem sei bisher kein geeignetes Grundstück gefunden worden. Deshalb wurden auch Flächen innerhalb der Stadt geprüft. Als Träger des zukünftigen Heims gründete sich im August 2014 die Betreibergesellschaft Pädagogisch Therapeutische Jugendhilfe GmbH (PTJ). Die Grone-Schulen sowie der Sozialträger Social Unitas GmbH sind mit jeweils mit 45 Prozent daran beteiligt. Hamburg halte die übrigen zehn Prozent an der PTJ, um künftig bei Entscheidungen zum Konzept mitbestimmen zu können, sagt Schweitzer.

Hamburgs schwer kriminelle Jugendliche leben derzeit in stationären Wohngruppen. In der geschlossenen Unterbringung könnten sie aber wesentlich intensiver betreut werden: „Das kann für die Betroffenen auch eine Art letzte Chance vor einer Einweisung in den Strafvollzug sein“, so Schweitzer.

16 Plätze für Jungen zwischen 14 und 16 Jahren sind in dem Heim geplant: vier Plätze für die geschlossene Aufnahmephase, acht für die halb geschlossene Phase, in der die Jugendlichen bereits mehr Freiheiten haben. Weitere vier Plätze soll es für die Übergangsphase zur Anschlussbetreuung geben. Es können auch Jugendliche aus anderen Bundesländern aufgenommen werden. Schweitzer sagt aber: „Bisher ist noch kein geeignetes Grundstück gefunden worden.“