MS „Deutschland“

Nach Insolvenz – Käufer für „Traumschiff“ gefunden

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Es gibt bereits einen Vorvertrag. Der neue Eigentümer der MS „Deutschland“ soll in den kommenden Wochen vorgestellt werden. Der Kaufpreis dürfte im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Eutin. Der Verkauf der insolventen MS „Deutschland“ steht kurz bevor. Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber wird nach Abendblatt-Informationen in den kommenden Wochen einen neuen Eigentümer für den Luxusliner präsentieren. Das schwimmende Grandhotel ist einem Millionenpublikum aus der ZDF-Serie „Das Traumschiff“ bekannt. Der Kaufpreis dürfte im zweistelligen Millionenbereich liegen. Es gibt bereits einen Vorvertrag. Es hatte mehrere Interessenten gegeben.

Allerdings handelt es sich bei dem Käufer nach Abendblatt-Informationen nicht um die amerikanische Reederei Crystal Cruises mit Sitz in Los Angeles, die am Wochenende in Medienberichten genannt wurde.

Wie berichtet, wurde am 1. Januar vom Amtsgericht Eutin das Insolvenzverfahren über die Vermögen der MS „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft sowie über die Reederei Peter Deilmann GmbH eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde der Kieler Rechtsanwalt Schmid-Sperber bestellt, der in beiden Verfahren bereits vorläufiger Insolvenzverwalter war. Die aktuellen Verbindlichkeiten werden auf rund 60Millionen Euro für die MS „Deutschland“ und zwei Millionen Euro für die Reederei beziffert. Die erste Gläubigerversammlung ist am 20. Februar in den Räumen des Amtsgerichts Eutin geplant.

Die bestehenden Arbeitsverhältnisse mit den rund 350 Mitarbeitern der beiden Gesellschaften bleiben bis auf Weiteres bestehen. Löhne, Gehälter und Heuern wurden bislang ungekürzt ausgezahlt.

Wenn der Verkauf des Kreuzfahrtschiffs in den kommenden Wochen über die Bühne geht, dann wäre das für die Mitarbeiter eine große Chance, auch künftig ihre Arbeitsplätze zu behalten.

Damit der neue Eigentümer mit seinem Investment Geld verdienen kann, muss die MS „Deutschland“, die zurzeit vor Gibraltar vor Anker liegt, wieder auf Reisen gehen. Allerdings ist es fraglich, ob weiter auf das Luxussegment gesetzt wird oder das Schiff künftig auch einem nicht so zahlungskräftigen Publikum geöffnet wird.

Außerdem muss das „Traumschiff“ modernisiert und zur Wartung in die Werft gebracht werden. Allein dafür muss der neue Eigentümer fünf bis sechs Millionen Euro investieren.

Das ZDF sucht zurzeit einen neuen Drehort für „Das Traumschiff“. Als Favorit wird die „Amadea“ (Phoenix Reisen, Bonn) gehandelt, die Platz für bis zu 604 Passagiere bietet.