Trotz höherer Einnahmen machen die Kommunen mehr Schulden

Kiel. Die Kommunen in Schleswig-Holstein haben im vergangenen Jahr trotz steigender Einnahmen ihre Verschuldung erhöht. Das Land dagegen hat im Jahr 2013 seinen Schuldenstand im Kernhaushalt um 0,6 Milliarden Euro reduziert auf 26,7 Milliarden Euro. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Statistikamtes Nord vom Mittwoch hervor.

Auf der kommunalen Ebene war die Entwicklung sehr unterschiedlich. Im Saldo aber stieg der Schuldenstand für die Kernhaushalte auf 3,9 Milliarden Euro, das waren 1,5 Prozent oder umgerechnet 59 Millionen Euro zusätzlicher Schulden. Die elf Kreise in Schleswig-Holstein reduzierten ihre Schulden um rund 50 Prozent oder umgerechnet 8,4Prozent, die vier kreisfreien Städte hielten ihren Schuldenstand konstant. Bei den kreisangehörigen Städten und Gemeinden dagegen stieg der Schuldenstand um 105 Millionen Euro. Das entspricht einem Schuldenzuwachs von 6,6 Prozent. Der Anteil der Kassenkredite, die der kurzfristigen Liquiditätssicherung dienen, ging von 24 auf 19 Prozent zurück. Diese deutliche Veränderung resultiert in erster Linie aus der Umwandlung von Kassenkrediten in langfristige Kredite durch die Hansestadt Lübeck.

Schuldenfrei blieben im vergangenen Jahr hingegen 340 der insgesamt 1100 schleswig-holsteinischen Gemeinden. Wie in der Vergangenheit sind es vor allem kleine Gemeinden mit einer Durchschnittsgröße von 570 Einwohnern, die ohne Schuldenaufnahme auskommen. Die Spanne reicht aber von Wiedenborstel mit zwölf Einwohnern bis zur Stadt Bargteheide mit mehr als 15.000 Einwohnern.

Rein rechnerisch entfallen auf jeden Einwohner des Bundeslandes 1394 Euro an kommunalen Schulden, von den vier großen kreisfreien Städten liegt lediglich Flensburg etwa im Landesdurchschnitt, negativer Spitzenreiter ist die Hansestadt Lübeck mit 3668 Euro Pro-Kopf-Verschuldung.