Einbruchsverdacht, aber Polizei schickt keinen Streifenwagen

Barsbüttel. Im Umland von Hamburg halten sich Einbrecher besonders gerne auf. Bei Claudia Walter (Name von der Redaktion geändert), die im Barsbütteler Ortsteil Stemwarde (Kreis Stormarn) in einer kleinen Straße mit Einzelhäusern lebt, schlugen die Kriminellen in den vergangenen Jahren gleich zweimal zu. Auch in der Nachbarschaft blieb kein Haus verschont. Deshalb lebt die 44-Jährige in ständiger Angst – und ist sensibilisiert, wenn sie auffällige Personen bemerkt.

Vor Kurzem sah die Frau, wie ein verdächtiger Mann mit dunkler Kleidung und Rucksack aus dem Wohngebiet kam und hinter ihrem Haus über das Feld weglief. Sie alarmierte sofort die Polizei in Barsbüttel. „Der Beamte sagte mir, man würde gern jemanden schicken, habe jedoch im Moment kein Auto zur Verfügung“, sagt Claudia Walter. Die Selbstständige ist überzeugt: Durch personelle Engpässe ist die Polizei gezwungen, Hilferufe der Bürger halbwegs zu ignorieren.

Wolfgang Becker, Leiter der Polizeidirektion Ratzeburg, die für die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg zuständig ist, will von einer permanenten Unterbesetzung der Dienststelle in Barsbüttel nichts wissen. Diese Meinung wird auf dem Revier nicht geteilt: Dort wünscht man sich mehr Kollegen vor Ort und klagt über hohe Arbeitsbelastung. Ein Hauptkommissar sagte dem Abendblatt: „Wir sind unterbesetzt, tagsüber teilweise nur zu zweit in der Dienststelle.“

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