„Aktionsbündnis 8. Mai“

Demminer Bündnis erhält Preis für Courage gegen Rechts

Die Linken im Landtag wollen nicht zulassen, dass sich rechtsextremistisches Denken und Handeln in Mecklenburg-Vorpommern weiter ausbreiten. Die Fraktionsmitglieder haben einen Courage-Preis gestiftet.

Schwerin. Das Demminer „Aktionsbündnis 8. Mai“ hat den Courage-Preis 2013 der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns erhalten. Die mit 2500 Euro dotierte Auszeichnung wurde am Freitag in Schwerin zum vierten Mal vergeben. Das Bündnis stellt sich seit 2009 den Neonazi-Aufmärschen zum Jahrestag des Kriegsendes entgegen. Zudem veranstaltet es das ganze Jahr über Lesungen, Kultur- und Bildungsveranstaltungen zu Themenbereichen wie Krieg, Gewalt, Rechtsradikalismus und Rassismus.

Nominiert waren außerdem das Stralsunder Bündnis „Rock gegen rechts“ und die Musiker der Gruppe „Feine Sahne Fischfilet“, die seit 2008 durch Deutschland und andere Länder touren und Diskussionsrunden zu den „neuen Nazis“ organisieren. Die Punkband wird wegen linksextremistischer Aktivitäten auch im Verfassungsschutzbericht genannt, wogegen sich die Gruppe juristisch zur Wehr setzt.

Der Landesrabbiner der jüdischen Gemeinden im Land, William Wolff, sagte in seinem Festvortrag, eigentlich sei es nicht nötig, zu deutschen Zuhörern über Courage zu sprechen. Das „schmerzhafte 20. Jahrhundert“ habe viel Mut und Anpassungsvermögen verlangt. Zweimal - nach den beiden Weltkriegen – habe Deutschland vor einem Neuanfang gestanden. „Auch der Durchbruch der Berliner Mauer am 9. November 1989 war ein Datum, das in seiner Bedeutung keineswegs hinter der Pariser Revolution von 1789 zurücksteht“, sagte Wolff.

Der Linksfraktionsvorsitzende Helmut Holter sagte, die Festveranstaltung zur Preisverleihung sei alle Menschen gewidmet, „die nicht zulassen, dass sich rechtsextremistisches Denken und Handeln weiter ausbreitet – nicht auf den Straßen und Plätzen, nicht in den Parlamenten und vor allem nicht in den Köpfen“. Die Nazis würden versuchen, ganze Ortschaften in Mecklenburg-Vorpommern mit ihrer Ideologie einzunehmen. Sie hätten es zum zweiten Mal geschafft, in den Landtag einzuziehen. Ein drittes Mal dürfe es nicht geben, mahnte Holter.