Mit Pauken und Trompeten durch das Büsumer Watt

Büsum. Das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer ist für Naturschützer eine sehr ernsthafte Angelegenheit. Es kann jedoch auch ein sehr vergnüglicher Ort sein, wie das Nordseebad Büsum beweist.

Mit Pauken und Trompeten laufen dort Badegäste über den Meeresboden – angeführt von Sylvia-Birgitt Zeidler. „Ich bin der Spaßfaktor im Weltnaturerbe“, sagt die 63-Jährige mit ernstem Gesicht. Vor einem Jahr habe sie den Job als Wattenpräsidentin übernommen. Seitdem zieht sie dreimal pro Woche bei Ebbe – sofern das Wetter stimmt – gemeinsam mit den Urlaubern ins Watt. Mittendrin das Büsumer Kurorchester mit Saxofon, Trompete, Trommel, Pauke und einer „Quetschkommode“.

Tatsächlich haben die Badegäste genauso viel Spaß an dem Spektakel wie die Wattenpräsidentin und ihre fünf Profimusiker. Schon beim ersten Stopp springt der Funke über: „Der „Ententanz klappt immer“, freut sich Zeidler: „Selbst die Kleinsten können mit den Hüften wackeln und Polka tanzen.“ Und der Rest schmunzelt zumindest im Takt der Musik.

Langsam zieht die Karawane mit dem Evergreen „Down by the Riverside“ weiter in Richtung der beiden Krabbenkutter, die unter dem Horizont träge in der Nordsee dümpeln. Dort wartet der Höhepunkt der spaßigen Veranstaltung: Eine Taufe mit Nordseewasser. Das Wasser dafür schöpft Zeidler jedes Mal ganz frisch mit einer weißen Gießkanne aus der Nordsee.

Vergeudet wird übrigens nichts: „Das Wasser, das übrig bleibt, bekommt Neptun am Ende zurück“, verspricht die Wattenpräsidentin unter dem Gelächter der Badegäste.

Bis zu eineinhalb Stunden kann das Wattwandern mit Musik dauern, erzählt Zeidler: „Es macht unheimlich viel Spaß: mir und den Gästen auch.“