Bildung

Nordakademie zieht ins Dockland

Elmshorner Hochschule der Wirtschaft bietet von Oktober an vier Studiengänge in Hamburg an. Während die Masterstudenten in die Hansestadt ziehen, bleiben alle Bachelorstudiengänge im Kreis Pinneberg.

Ein Containerschiff fährt direkt am Fenster vorbei, Möwen picken im Elbschlick neben dem Eingang, der Hamburger Hafen leuchtet im Hintergrund. Prof. Dr. Georg Plate und Jörg Meier, Präsident und Vizevorstand an der Nordakademie Elmshorn, sitzen im fünften Stock des Dockland und genießen den Ausblick.

Die beiden Vorstände der Hochschule testen schon mal die Plätze, an denen künftig ihre Studenten sitzen. "Der Blick über den Hafen steigert nicht gerade die Produktivität, aber man wird sich daran gewöhnen müssen", sagt Plate mit einem zufriedenen Lächeln. Der Präsident hat im Dockland eine neue Dependance für seine Hochschule gefunden. Von Oktober dieses Jahres an werden hier bis zu 200 Studenten einziehen, die sich für einen Masterstudiengang an der Wirtschaftshochschule entscheiden. 140 Masterstudenten lernen derzeit in Elmshorn, im Oktober kommen 20 weitere hinzu. "80 Prozent unserer Studenten kommen aus Hamburg. Da war der Sprung in die Hansestadt nur logisch", sagt Plate.

Teilumzug ist sinnvoll

Seit 1997 existiert der Standort der Nordakademie in Elmshorn. Er wird auch in Zukunft das Zentrum der Hochschule für Wirtschaft bilden - und soll sogar ausgebaut werden. Ein Neubau ist angedacht, ebenso wie ein neuer Studiengang und eine Professorenstelle. Plate verfügt dafür über ein Budget von vier Millionen Euro. Während die Masterstudenten nach Hamburg ziehen, bleiben alle Bachelorstudiengänge im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein. Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) hält den Schritt für sinnvoll.

"Ich kann gut verstehen, dass die Nordakademie näher an ihre Hamburger Klientel heranrücken will", sagt Wende. "Ein gutes Studienprogramm 'made in Schleswig-Holstein' braucht sich in Hamburg nicht zu verstecken." Da die Nordakademie nur eine Außenstelle und keine eigene Hochschule einrichtet, gehören die Masterstudiengänge auch weiterhin zur schleswig-holsteinischen Hochschullandschaft. "Das finde ich gut", sagt Wende.

Studienkosten zwischen 8900 und 15.000 Euro

Auch im benachbarten Bundesland kommt die Entscheidung gut an. "Hamburg hat ein vielfältiges Angebot an dualen und berufsbegleitenden Ausbildungsmöglichkeiten. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels begrüßen wir jede Erweiterung dieses Spektrums", sagt Alexander von Vogel, Sprecher der Wissenschaftsbehörde.

Im Dockland werden künftig neben dem Master of Business Administration (MBA) drei neue berufsbegleitenden Studiengänge mit den Schwerpunkten Wirtschaftsinformatik, Marketing und Finanzmanagement angeboten. Die Studiengebühren für den MBA liegen bei 15.000 Euro, die anderen drei kosten jeweils 8900 Euro. "Eigentlich sind wir viel zu günstig, aber wir kommen gut aus", sagt Plate. Die Mehrkosten durch die Miete im Dockland deckt die Hochschule mit den Einnahmen der zusätzlichen Teilnehmer. Präsident Georg Plate kooperiert derzeit mit 500 Unternehmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein, dazu gehören namhafte Großbetriebe wie Airbus, BP, Dräger, Lufthansa und Philips sowie der Arbeitgeberverband Nordmetall.

Studenten erhalten iPad

Die Nordakademie, die mit rund 1400 Studienplätzen zu den größten privaten Hochschulen Deutschlands gehört, will ihren Absolventen im Dockland künftig einiges bieten. Jeder Studierende wird ein iPad erhalten, auf dem die Unterrichtsprogramme bereits installiert sind. Auf dem 1200 Quadratmeter großen Areal mit mehreren Schulungsräumen sollen die Teilnehmer in Kleingruppen von maximal 30 Personen arbeiten. Eine gläserne Bibliothek wird gebaut, eine Kantine gibt es dagegen nicht. "Das Mensaangebot hier an der Elbpromenade ist sehr vielfältig", sagt Jörg Meyer. Um die passenden Bewerber auszuwählen, wurde ein mehrstufiges Aufnahmeverfahren entwickelt.

Der fünfte Stock des Dockland stand zuletzt ein Jahr lang leer. Henning Beuck, verantwortlich für die Vermietung, freut sich: "Das Dockland wird jetzt noch lebendiger."