Rostock

900 Gäste bei Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Gauck

Bundespräsident Joachim Gauck wird am Donnerstag Ehrenbürger seiner Heimatstadt Rostock. Danach eröffnet Gauck die 22. Hanse Sail.

Rostock. Bundespräsident Joachim Gauck wird am kommenden Donnerstag die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt Rostock verliehen. Wie die Stadt berichtete, werden dazu neben Gaucks Lebensgefährtin Daniela Schadt und Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) 900 Gäste in der Marienkirche in der Rostocker Innenstadt erwartet. Zusätzlich werden rund 90 Medienvertreter anwesend sein. Ob auch seine in Rostock lebende Ehefrau Gerhild „Hansi“ Gauck kommt, konnte ein Stadtsprecher nicht sagen.

600 der Gäste sind Rostocker Bürger, die an zwei Nachmittagen Mitte Juli für Eintrittskarten in langen Schlangen im Rathaus anstanden. Die Karten waren jeweils nach kurzer Zeit weg, Hunderte mehr hätten vergeben werden können. Die, die leer ausgingen, können sich aber das Ereignis bei einem Public Viewing ansehen, das der NDR im Stadthafen veranstaltet. Kurz nach der Zeremonie wird Gauck wenige hundert Meter von der Marienkirche entfernt im Hafen die 22. Hanse Sail eröffnen, das jährliche Spektakel mit Traditionsseglern und Museumsschiffen.

+++ Besondere Ehre: Gauck eröffnet Hanse Sail +++

Die in der Stadtmitte gelegene Marienkirche war einer der zentralen Orte der Hansestadt während der Friedlichen Revolution in der DDR 1989, in der auch der evangelische Pfarrer Gauck eine tragende Rolle spielte. Er hat nach Worten von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) mit „hohem persönlichem Einsatz, mit unerschütterlichem Mut und Engagement der Demokratie, der Freiheit und der persönlichen Selbstbestimmung sowie der Verantwortung seine Stimme gegeben“.

Anfang April hatte die Rostocker Bürgerschaft dem Antrag auf Verleihung der Ehrenbürgerschaft mit großer Mehrheit zugestimmt. Die Linke war allerdings dagegen. An deren Meinung hat sich auch vier Monate später nichts geändert, wie Steffen Bockhahn, Linke- Landesvorsitzender und Bundestagsabgeordneter bekräftigte. Als Chef der Stasi-Unterlagenbehörde habe sich der Bundespräsident als Verfolger und nicht als Versöhner gezeigt. Die Linke wirft ihm auch einen „deutlich verkürzten Freiheitsbegriff“ vor, der keine soziale Dimension aufweise. (dpa)