Kleingärtner wollen Obergrenze für Ausländer

Empörung in Norderstedt. Oberbürgermeister droht mit Entzug der Grundstücke

Norderstedt. Politiker sprechen von latenter Ausländerfeindlichkeit, viele Bürger sind empört. In Norderstedt hat der Kleingartenverein Harksheide-Kringelkrugweg bei einer Abstimmung mit großer Mehrheit entschieden, die Zahl der Mitglieder mit Migrationshintergrund zu begrenzen. Künftig sollen nur noch 12,5 Prozent der Parzellen an Ausländer oder Migranten vergeben werden. Derzeit sind es 18 Prozent. Sogar die Herkunft der geduldeten Migranten wurde geregelt: 25 Prozent sollten Türken und Araber sein, 25 Prozent Osteuropäer, 50 Prozent "sonstiger Herkunft".

Norderstedts Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote (CDU) reagierte entsetzt und droht jetzt mit Kündigung des Pachtvertrags für das städtische Gelände. Die SPD nennt den Schreber-Beschluss einen "klaren Verstoß gegen das Grundgesetz".

Der Kleingartenverein rechtfertigte sich, die Migranten hätten sich nicht in die Gemeinschaft eingefügt und bisweilen auch zu laut gefeiert: "Wir wollten sie integrieren, aber wir wurden immer wieder enttäuscht." Immerhin: Am nächsten Freitag soll es eine neue Versammlung geben - dann könnte der Beschluss zurückgenommen werden. (lin)

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