Kaltenkirchens abgewählter Bürgermeister will wieder ins Amt

Kaltenkirchen. Bei der Wahl zum neuen Bürgermeister von Kaltenkirchen will der von den Bürgern abgewählte Stefan Sünwoldt am Sonntag sein eigener Nachfolger werden. Der 50 Jahre alte Sozialdemokrat tritt als unabhängiger Kandidat gegen vier Mitbewerber an. Im Jahr 2004 hatten die Kaltenkirchener den Mann aus Sachsen-Anhalt mit großer Mehrheit zum Bürgermeister gewählt, doch im Mai dieses Jahres wählten sie ihn nach zermürbenden Streitereien mit der Stadtvertretung mit ebenso klarer Mehrheit wieder ab - bei hauptamtlichen Bürgermeistern ein einmaliger Vorgang in Schleswig-Holstein.

"Ein Boxer steht wieder auf", sagt Sünwoldt zu seiner Kandidatur. Er sei bereit für einen Neuanfang.

Sein persönliches Verhältnis zu vielen Kommunalpolitikern gilt als zerrüttet. Den Ortsverein seiner Partei hat er in eine tiefe Krise gestürzt. Nach seiner Abwahl im Mai war bei den Sozialdemokraten ein heftiger Streit darüber entbrannt, ob sie die erneute Kandidatur des just gescheiterten Sünwoldt unterstützen werden. Eine kleine Gruppe hielt zu dem Verwaltungsjuristen mit dem SPD-Parteibuch, doch die Mehrheit im Ortsverein setzt auf einen ehemaligen Sozialdemokraten: den Bürgermeister von Glückstadt, Gerhard Blasberg, der nach Kaltenkirchen wechseln möchte.

Ähnlich kurios geht es bei der FDP zu. Die Liberalen wollten ihre Parteifreundin und Bürgervorsteherin Elke Adomeit als Kandidatin aufstellen, doch die 55-Jährige zog es vor, als Unabhängige in den Bürgermeisterwahlkampf zu ziehen.

Die CDU-Fraktion hat den Verwaltungsbeamten Hanno Krause aus Ahrensburg als Kandidaten nominiert. Die Partei unterstützt den Christdemokraten nach Kräften, doch im Wahlkampf vermeidet Krause zu erwähnen, dass er CDU-Mitglied ist. 2009 war er innerparteilich als Bürgermeisterkandidat in Ahrensburg gescheitert. Außerdem stellt sich die parteilose Gastronomin Anna Kuljurgis-Daumann aus Hamburg zur Wahl. Sie ist politisch bisher nicht in Erscheinung getreten.